Elternbefragung: Auswertung und Interpretation
Die im Rahmen des Modellprojektes erarbeitete
Auswertungsanleitung bewährte sich als Hilfe für
Einrichtungen, die erstmals eine Elternbefragung durchführen.
Eine hier abrufbare Muster-Auswertungsdatei im
MS-Excel97-Format hilft bei der Auswertung mit dem PC. Es geht
aber natürlich auch ohne. Nicht automatisieren lässt sich
die Interpretation der Ergebnisse.
Anleitung zur Auswertung mit dem PC
- Um einen Fragebogen auszuwerten und die Aufgaben der
Strichliste und der Prozentberechnung zu erleichtern, kann ein
Tabellenkalkulationsprogramm (z.B. Microsoft Excel oder OpenOffice)
eingesetzt werden.
- Eine Muster-Auswertungsdatei im
MS-Excel97-Format kann hier heruntergeladen werden.
Excel97-Dateien lassen sich auch in viele andere
Tabellenkalkulationsprogramme (z. B. OpenOffice) importieren.
- Die Spalten der Auswertungsdatei stellen einen Fragebogen
dar. Die Zeilen stehen für die Antwortalternativen.
- In der Auswertungsdatei befinden sich bereits die Fragen des
Musterfragebogens. Diese sind um die eigenen Fragen zu ergänzen.
- Alle ausgefüllten Fragebögen werden auf einen
Stapel gelegt und fortlaufend nummeriert, z. B. in der Ecke rechts
oben.
- Die Gesamtzahl der Fragebögen wird in das grüne
Feld eingetragen (Erst dann stimmen die automatischen
Prozentberechnungen).
- Für jede angekreuzte Antwortalternative wird nun eine
"1" in die entsprechende Spalte der Tabelle eingetragen.
In den gelben Spalten wird nun gleich sichtbar, wie oft diese
Alternative in der Summe angekreuzt wurde und wieviel Prozent der
Fragebögen dies ausmacht.
- Wenn man mit der "Cursor nach Unten" (Pfeil nach
unten)-Taste Zeile für Zeile nach unten springt, vermeidet man
die Gefahr, die Spalten zu verwechseln.
- Stößt man bei einer offenen Frage auf eine
interessante Antwort, kann die Nummer dieses Fragebogens in ein
leeres Fragebogenformular notiert werden - zusammen mit einem kurzen
Stichwort. Auf diese Weise kann dort später bei Bedarf
nachgeschlagen werden. Es lohnt sich selten, Antworten abzuschreiben
und z. B. in ein Textverarbeitungsprogramm zu übertragen.
- Jeder ausgewertete Fragebogen wird mit einem "X",
z. B. auch in der Ecke rechts oben, markiert, damit er nicht
versehentlich doppelt bearbeitet wird.
- Sind alle Fragebögen auf diese Weise durchgearbeitet,
können die Häufigkeiten und Prozentwerte den gelben
Feldern der Tabelle entnommen werden.
Anleitung zur Auswertung ohne PC
- Alle ausgefüllten Fragebögen werden auf einen
Stapel gelegt und fortlaufend nummeriert, z. B. auf der ersten Seite
rechts oben.
- Ein leeres Fragebogenformular kann als Auswertungsbogen für
die nun zu erstellende Strichliste dienen.
- Auf diesem Auswertungsbogen werden für jeden
ausgefüllten Fragebogen Striche neben die entsprechende
Antwortalternative gemacht. Auf diese Weise sieht man schließlich,
wie oft die jeweilige Antwortalternative angekreuzt wurde.
- Für Auslassungen kann nach jeder Antwort die Alternative
"keine Angabe" eingefügt und mit einem Strich
versehen werden.
- Trifft man bei einer offenen Frage auf eine interessante
Antwort, dann wird die Nummer dieses Fragebogens in den
Auswertungsbogen eingetragen. Auf diese Weise kann dort später
nachgeschlagen werden.
- Jeder durchgearbeitete Fragebogen wird mit einem "X",
z. B. in der Ecke rechts oben, gekennzeichnet, um sicherzugehen,
dass der gleiche Bogen nicht versehentlich zweimal ausgewertet wird.
- Sind alle Fragebögen auf diese Art und Weise
durchgearbeitet, werden die entsprechenden Häufigkeiten in
Zahlen neben die Strichblöcke geschrieben.
- Nun kann die Summe der Striche pro Antwort kontrolliert
werden. Wenn korrekt gearbeitet wurde, ergibt die Summe immer die
Zahl der Fragebögen.
- In einer größeren Einrichtung wird man nun am
besten Prozentwerte berechnen. Dazu wird die Häufigkeit jeder
Antwortalternative jeweils mit der Gesamtzahl der ausgefüllten
Fragebögen (nicht der Gesamtzahl der Kinder) in Beziehung
gesetzt. Beispiel: Für 75 Kinder wurden 60 Fragebögen
ausgefüllt. Bei der Frage X wurde 30 mal mit "ja"
geantwortet. 30*100/60 = 50. In 50% der Fälle wurde demnach mit
"ja" geantwortet.
Interpretation
Es gibt kein automatisches Schema der Interpretation von
Fragebogenergebnissen. Jede Kita wird, wenn sie mehrere Befragungen
hinter sich hat, eigene Schwerpunkte und Vorgehensweisen entwickeln.
Beachtet werden sollte die Tatsache, dass Kindertageseinrichtungen
im Allgemeinen sehr positiv beurteilt werden. Ein hoher Prozentsatz
der Eltern äußert sich zufrieden und sehr zufrieden. Eine
Einrichtung mit einem nicht ganz geringen Prozentsatz geäußerter
Unzufriedenheit sollte deshalb auch dann einen Handlungsbedarf sehen,
wenn die Zahl der Zufriedenen überwiegt.
Sehr sensibel auf "kleine" Unzufriedenheiten sind die
Fragen nach Verbesserungsvorschlägen. Auch wer sich zufrieden
äußert, bringt hier oft eine kleine, gut gemeinte Kritik
unter.
In jedem Fall sollte unter den Verbesserungsvorschlägen nach
guten und realisierbaren Ideen gesucht werden.
Wenn die Elternbefragungen regelmäßig durchgeführt
werden, ist es von großem Wert, die Fragen immer wieder
möglichst auf die gleiche Art und Weise stellen. Auf diese Art
und Weise lassen sich Entwicklungen über die Jahre hinweg
beobachten.
Aktualisiert am 25.05.2004
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