Elternbefragung: Resonanz bei Mitarbeiter/innen und Trägern
Nach anfänglich größter Skepsis wird die
Elternbefragung inzwischen von den meisten Leiterinnen und Trägern
der Modellkitas als Mindeststandard der Qualitätssicherung
akzeptiert und selbstverständlich eingesetzt. Ein in der
Zeitschrift "kita-aktuell" veröffentlichter
Erfahrungsbericht einer Kita-Leiterin zeigt das Potenzial an
Anregungen.
Große Akzeptanz nach anfänglicher Skepsis
Frage an Mitarbeiter/innen und Träger 2003: Wie beurteilen
Sie das neue, gegenwärtig erprobte Fördermodell? -
Elternbefragung

Edith Richter-Schindele: Erfahrungen mit der Elternbefragung
Edith Richer-Schindele, Leiterin des Kindergartens "Zur
Arche" der Lebenshilfe Landsberg, beschreibt in einem Artikel
für KITA aktuell BY (5/2000, S. 106f.) die Erfahrungen ihres
Teams mit der Elternbefragung:
- "Es gab viel positiven Zuspruch ... Das motiviert für
die Arbeit in jedem Fall neu ...
- Es kam deutlich zum Ausdruck, dass die Eltern Vertrauen zum
Kindergarten haben, wenn das Kind sich wohl fühlt und gerne in
die Einrichtung geht. Dies ist sehr wichtig für die Eltern, oft
wichtiger als alle anderen Fragen zur Arbeit.
- Die ‚stilleren' Eltern bekamen eine geeignete
Möglichkeit, sich zu äußern. Die ‚schweigende
Mehrheit' ist so zu Wort gekommen. Durch die Rückmeldung von
vielen verschiedenen Eltern kann man seine eigene Arbeit und seinen
eigenen Standpunkt besser erkennen ... Wir kennen das alle, wenn
jemand argumentiert mit den Worten ‚das sagen alle'. Mit dem
Fragebogen kann man dies objektiv herausfinden.
- Mit den Informationen aus der Befragung kann das ganze Jahr
gut gearbeitet werden ... Themen, die Eltern beschäftigen, sind
ableitbar ... Auch hier ist es hilfreich zu wissen, wie viele Eltern
jeweils betroffen sind.
- Wir haben erkannt, wo Klärungsbedarf bei uns und bei den
Eltern ist, vor allem bei den Inhalten und der Umsetzung in den
Bildungsbereichen.
- Eltern haben ihre Kinder in die Beantwortung des Fragebogens
einbezogen, zum Beispiel bei der Frage ‚Was gefällt ihrem
Kind?'... Die Einbeziehung der Kinder werden wir bei der nächsten
Befragung vermehrt anregen ...
- Manche Eltern haben Probleme in den Sommerferien, da sie
ihren Urlaub selbst anders legen wollen oder legen müssen. Hier
gibt es verschiedene Aspekte: Wir wollen einerseits deutlich machen,
dass die Ferien sich positiv auf die Qualität der Arbeit
auswirken, da die restliche Zeit des Jahres immer alle
Mitarbeiterinnen voll im Einsatz sind. Andererseits würden auch
einige Mitarbeiterinnen es begrüßen, nicht immer im
August Urlaub nehmen zu müssen. Wir werden mit den Eltern
zusammen abwägen, was wichtig ist ..., was machbar ist und was
für eine große Mehrheit zufriedenstellend ist.
- Ein sehr positiver Effekt ist, dass Eltern sich ernst
genommen fühlen und dass sie vermehrt in inhaltliche
Diskussionen eingestiegen sind. Einige haben extra erwähnt,
dass ihnen bewusst ist, was der Kindergarten leistet. Dadurch hat
sich eine Lobby für den Kindergarten gebildet, die durchaus
bereit ist, sich für gute Bedingungen für ihre Kinder und
für uns Mitarbeiterinnen einzusetzen.
- Nach den Erfahrungen mit der Befragung hat sich die Sorge um
den großen zeitlichen Aufwand relativiert. Bestätigung zu
erfahren, Knackpunkte zu erkennen und Unklarheiten schnell
ausschalten zu können ist die Mühe bei weitem wert gewesen
...
- Die Bewertung im Fragebogen, die uns an Schulnoten erinnert,
hatte zunächst einen etwas negativen Beigeschmack. Bei der
Auswertung ist jedoch aufgefallen, dass diese Fragen wesentlich
leichter ausgewertet werden können und das Ergebnis klarer ist
als bei freien Fragen."
Aktualisiert am 25.05.2004
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