Gehaltspfändung

Hier erhalten Sie einführende Informationen zum Thema Gehaltspfändung und wie man den pfändbaren Betrag berechnet bzw. wie Sie sich ihn selbst berechnen können. 

 

Eine Gehaltspfändung ist seitens des Gläubigers immer dann möglich, wenn er über einen Vollstreckungstitel, z. B. einen Vollstreckungsbescheid oder ein Urteil, verfügt. Mit diesem Vollstreckungstitel kann dann der Gläubiger beim Vollstreckungsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beantragen. Diesen vom Gericht beschlossenen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜb) überbringt dann der Gerichtsvollzieher dem Arbeitgeber, der Drittschuldner genannt wird. Der Arbeitgeber muss als Drittschuldner nun eine Rangfolge bilden und den pfändbaren Betrag errechnen und diesen dem erstrangigen Gläubiger überweisen. Bei der Berechnung des pfändbaren Betrages muss der Drittschuldner die gesetzlichen Freibeträge, die dem Schuldner (= Arbeitnehmer) zustehen, beachten. Zur Vereinfachung hat der Gesetzgeber zur Berechnung eine Lohnpfändungstabelle erstellt, aus der ersichtlich wird, wie viel bei welchem Nettoeinkommen gepfändet werden kann.

Die Pfändungsfreigrenzen können sich alle zwei Jahre, jeweils in den ungerade Jahren, zum 1. Juli ändern. Prüfen Sie daher stets, ob Sie über eine aktuelle Pfändungstabelle verfügen. Derzeit gilt die Pfändungstabelle vom 1.07.2011, die bis zum 30.06.2013 gilt.

Berechnung des pfändbaren BetragesZur Bestimmung des pfändbaren Betrages sind

heranzuziehen.

An einem Beispiel wollen wir Ihnen dies verdeutlichen:


Herr S verfügt nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsanteilen über ein Nettoeinkommen von 1.500 € im Monat.
Herr S ist alleinstehend und hat keine Unterhaltspflichten zu erfüllen.

Zur Bestimmung des pfändbaren Betrages sollten Sie jetzt die Pfändungstabelle heranziehen.

Da Herr S keine Unterhaltspflichten hat, ist in der Tabelle beim Nettoeinkommen von 1.500 € in der Spalte 0 der pfändbare Betrag zu bestimmen.

Der pfändbare Betrag beträgt laut Pfändungstabelle 329,78 €.

Wenn nun Herr S verheiratet ist oder Unterhalt für eine Tochter oder Sohn zahlt, dann sieht die Situation wie folgt aus:

Durch die Unterhaltspflicht (Ehefrau oder Kind) ist nun bei seinem Einkommen die Spalte 1 heranzuziehen. In diesem Fall wäre Herr S mit 41,95 € pfändbar.

Wie Sie erkennen können, ist die Höhe der Pfändbarkeit nicht nur von der Höhe des Nettoeinkommens, sondern auch der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen, denen Unterhalt geleistet wird,  abhängig.

Bei zusätzlichen Einkommen, wie z. B. Mehrarbeitsvergütungen, Weihnachtsgeld u. a. sind Freibeträge bei der Berechnung des pfändbaren Einkommens zu berücksichtigen. Wir empfehlen Ihnen daher sich bei Fragen zur Berechnung des pfändbaren Betrages mit uns telefonisch in Verbindung zu setzen.


Aktualisiert am 13.09.2011 - Startseite           ▲ nach oben