Pinwände
Pinflächen oder Klappwände
Zu den wichtigsten Informationsmedien der Tagespflegeböse gehören die Steckbriefwände. Hier hängen Tagespflegepersonen ihre Angebote und Eltern ihre Gesuche aus. Folgender Aufbau hat sich bewährt:
Große Pinflächen lassen sich kostengünstig aus Weichfaserplatten selbst herstellen. Alle Büroausstatter bieten professionelle, aber oft auch teure Pinwand-Systeme jeder Größe an.
Klappwände (Selling Wings) können z.B. bezogen werden von Gutermuth GmbH, Präsentationssysteme, Otto-Hahn-Straße 30, 61381 Friedrichsdorf-Köppern, Telefon 06175/470, Fax 06175/7741. Es sind verschiedenen Größen lieferbar, bewährt hat sich die Größe 71*100 cm. Die Rahmen können mit Wandhalterungen, Metallleisten mit Löchern, die leicht an der Wand anzubringen sind, oder mit mobilen Standsystemen aufgehängt werden. In den Rahmen sind Pinnwände aus dickerem Karton gesteckt, die jeder Papierverarbeitungsvertrieb zuschneiden kann. Es empfiehlt sich eine nicht leicht verschmutzbare Oberfläche.
In Berlin-Steglitz werden Magnettafeln verwendet.
Bei der Berechnung der benötigten Fläche kann folgender Anhaltspunkt nützlich sein: In Nürnberg (unter 500.000 EinwohnerInnen) gibt es pro Stichtag ca. 50 Such- und etwa 70 Angebotssteckbriefe (jeweils DIN A 4-Format, d.h. 29,7x21 cm). Es ist zu beachten, daß die Gliederung in Regionen Leerplatz bedingt und daß die Zahl der Angebote und Nachfragen saisonal schwankt.
Variante 1: Nur Angebotssteckbriefe
In der Tagespflegebörse Wandsbek wurde die Zahl der Eltern, die einen Suchsteckbrief aufhängen, mit der Zeit immer kleiner, die der anbietenden Tagespflegepersonen immer größer. Die MitarbeiterInnen der Börse gingen dazu über, Elternsteckbriefe überhaupt nicht mehr auszuhängen, sondern in einem kleinen Hefter zur Einsicht zu sammeln. Auf diese Weise gibt es nur noch große Pinflächen mit Angeboten an Tagespflege. In den anderen Börsen gab es keine vergleichbare Entwicklung, auch wenn in der Regel ein mehr oder weniger großer Überhang an Tagespflegepersonen besteht.
Variante 2: Nur virtuelle Angebote
In den außerordentlich großen Flächenlandkreisen Bitburg-Prüm und Daun wäre die Einrichtung einer zentralen Tagespflegebörse unter Umständen mit Anfahrten von 50 und mehr Kilometern verbunden. Der Ökumenische Erziehungshilfeverbund, der drei über die beiden Landkreise verteilte Jugendhilfestationen betreibt, wird in Kürze eine mobile Tagespflegebörse eröffnen, bei der eine Berater-/Vermittlerin reihum an drei Standorten mit einem Notebook-PC tätig wird. In diesem Fall könnte auf die Steckbriefe verzichtet werden.
Auch bei der "virtuellen Tagespflegebörse" der Jugendämter der Stadt Neustadt an der Weinstraße und des Landkreises Bad Dürkheim, bei der auf einen gemeinsamen Datenbestand zugegriffen wird, könnte auf Steckbriefaushänge verzichtet werden. In Bad Dürkheim wird diskutiert, einen allgemein zugänglichen PC zur "Selbstbedienung" aufzustellen.
Der Verzicht auf Pinwände ergibt sich aus der besonders schwierigen Logistik. Er ist durchaus mit einem Verlust an Angebotsqualität verbunden. Die Suche ausschließlich über PC-Bildschirm kommt nicht allen BörsennutzerInnen entgegen. Außerdem lassen sich die Steckbriefe nicht so individuell gestalten wie die Steckbriefe (Handschrift, aufgeklebte Fotos).
Aktualisiert am 27.12.99 -
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