Evaluation von Tagespflegebörsen
Tagespflegebösen gestalten einen Markt, sind aber in der Regel selbst nicht Marktbedingungen unterworfen. In dem Moment, in dem sich eine Organisation Vergleichs- und Konkurrenzsituationen nicht stellen muß, besteht die Gefahr der Trägheit. Monopole tendieren dazu, die Wünsche ihrer Kunden mit der Zeit zu vernachlässigen und die Bedingungen für sich selbst und die eigenen MitarbeiterInnen zu optimieren. Die Monopolstellung einer Tagespflegebörse ergibt sich aus der Subventionierung mit öffentlichen Mitteln. Eine kostendeckende Finanzierung durch die NutzerInnen würde zu unangemessen hohen Vermittlungsgebühren führen und den Service auf gut verdienende Familien beschränken. Für eine Kommune wiederum macht es wenig Sinn, mehrere Vermittlungsinstanzen parallel zu finanzieren, da in der Regel damit nur Doppelarbeit gefördert wird: Eltern würden bei allen örtlichen Anbietern nachfragen und Tagespflegepersonen tendenziell bei allen anbieten. Die gewünschte Markttransparenz bei der Tagespflege wäre wieder gefährdet.
Wie können Tagespflegebörsen ihren bürgernahen und servicefreundlichen Charakter erhalten ohne in strukturelle Trägheit zu verfallen? Eine Möglichkeit wäre, regelmäßig eine Befragung der NutzerInnen durchzuführen. Da Tagespflegebörsen mit einem hohen Niveau der PC-Nutzung arbeiten, ist es ihnen technisch kein Problem, einen Personenkreis von einigen hundert Personen in kurzer Zeit anzuschreiben.
Aktualisiert am 27.12.99 -
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