Was wir wollen

Während früher die Einsatzplätze vorhanden waren und dazu die entsprechenden Ehrenamtlichen gefunden werden mussten, wird heute - im Neuen Ehrenamt - ein besseres Gleichgewicht zwischen den objektiven Anforderungen der Tätigkeit und den subjektiven Wünschen der Engagierten angestrebt. Der Einsatzort soll den Motiven und Fähigkeiten der Menschen entgegenkommen, die sich freiwillig und unentgeltlich für andere einsetzen. Er muss auch so gestaltet sein, dass keine Über- oder Unterforderung eintritt. Menschen wollen sich heutzutage für eine bestimmte Zeit freiwillig engagieren. Ehrenämter dürfen nicht "mit Haut und Haaren" bedingungslosen Einsatz einfordern. Sie dürfen aber auch nicht nur aus belanglosen "Hilfsarbeiten" bestehen. Dies erfordert im Grunde eine Umkehrung oder zumindest eine Anpassung bisheriger Vorgehensweisen.

 

Gesellschaftliche Trends kommen der Arbeitsweise des ZAB entgegen

Das sogenannte "Neue Ehrenamt" ist sicherlich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den klassischen Formen des Engagements in Vereinen, Verbänden, Parteien und ähnlichen Einrichtungen zu verstehen. Wir gehen davon aus, dass vielfach neue Bedürfnisse gewachsen sind und sich Lebensstile verändert haben. Dies muss zu einer Neubewertung der Tätigkeiten für die Gemeinschaft führen. Gerade im Hinblick auf die derzeit entbrannte Diskussion um die Zukunft unseres Sozialstaates wird es darauf ankommen, gesellschaftlichen Eigenkräften wieder mehr Raum zu gewähren und diese zugleich bei ihren Tätigkeiten angemessen zu unterstützen. Die Bereitschaft ist groß. Die neueste repräsentative Erhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und Bürgerschaftlichem Engagement, der sogenannte "Freiwilligensurvey 2004", stellte fest, dass 36 Prozent der Bundesbürger(innen) über 14 Jahren freiwillig tätig sind. Diese Daten belegen, dass die Rede von der heraufziehenden egoistischen Gesellschaft, in der jeder nur an sich denkt, falsch ist. Doch die Bedürfnisse und Anforderungen, die potenzielle Ehrenamtliche an ihre Tätigkeit stellen, haben sich gewandelt.

Vergleicht man die Motive des heutigen, des sog. "Neuen Ehrenamtes", mit denen früherer Jahre, so zeigt sich, dass es sich stärker an eigenen Beweggründen orientiert. Noch vor den ehemals klassischen Tugenden, anderen zu helfen und dem Gemeinwohl zu dienen, rangiert der Spaß an der Tätigkeit. Als besonders wichtig werden der Gewinn an Lebenssinn und der angemessene Einsatz eigener Fähigkeiten angesehen.

Eigene Ideen in der Gruppe verwirklichen macht Spaß

Das ZAB will das Bürgerschaftliche Engagement ins öffentliche Licht rücken

Wie fragwürdig das Festhalten an der stillen Uneigennützigkeit des klassischen Ehrenamtes geworden ist, belegt der hohe Anteil von Menschen, die erklären, dass sie sich engagieren würden, wenn sie entsprechende Informationen erhielten. Ein Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren, das zur Zeit keine ehrenamtliche Aktivität ausübt, ist prinzipiell offen, ein freiwilliges Engagement einzugehen, wenn sich eine geeignete Gelegenheit bieten würde.

Marketingexperten würden aufgrund dieser Zahlen feststellen, dass hier ein riesiger Markt existiert, dem nur die richtigen Produkte (sprich: Einsatzfelder für das Ehrenamt), die entsprechende Werbung ("Tue Gutes und rede darüber") und effektive Formen der Vermittlung von Angebot und Nachfrage (z.B. durch Freiwilligenagenturen) fehlen.

Deshalb legt das ZAB auf Öffentlichkeitsarbeit großen Wert. Viele Zeitungsartikel, Fernseh- und Radiosendungen rücken die ehrenamtliche Arbeit ins öffentliche Licht. Das hilft nicht nur, neue Menschen für eine Mitarbeit zu begeistern. Es ist auch eine öffentliche Anerkennung für die unentgeltliche, aber unbezahlbare Arbeit, die für die Gemeinschaft erbracht wird.

Aktualisiert am 08.03.2007 - Startseite           ▲ nach oben