
Neue Ansätze Bürgerschaftlichen Engagements haben vor
allem den Übergang von Schule zu Beruf im Blick. Hier fehlt
Unterstützung in einem Bereich, den Schule, Ausbilder und
Arbeitsvermittler nur teilweise abdecken können. Zugleich ist
dies ein Lebensabschnitt, mit dem auch Eltern häufig überfordert
sind. Im ZAB ergriffen deshalb Ehrenamtliche mit einem großen
persönlichen und beruflichen Erfahrungsschatz die Initiative und
engagierten sich ehrenamtlich für "ihre" Jugendlichen
vor Ort. Sie nannten sich Bildungspaten. Sie wollten ihr Wissen und
ihre Erfahrungen weitergeben, sei es, indem sie beim Schulabschluss
halfen, sei es, indem sie die Bewerbung um einen Ausbildungs- oder
Arbeitsplatz unterstützten.
Die Berufswahl bzw. der Übergang von der Schule zu Ausbildung ist für Jugendliche oft eine Zeit wachsender Spannungen mit den "Autoritäten" Eltern oder Lehrer. Bildungspaten sollten erwachsene Wegbegleiter und Vertrauenspersonen sein, die einfach durch ihre Persönlichkeit überzeugten. Sie halfen aber auch ganz praktisch bei Nachhilfe oder Prüfungsvorbereitung, sie begleiteten die Jugendlichen zu Bewerbungsgesprächen, berieten beim Kleiderkauf für Vorstellungsgespräche, teilten die Freude über einen erreichten Arbeitsvertrag oder halfen, den Kummer über eine verpasste Gelegenheit aufzufangen.
Bildungspaten wurden durch einen hauptamtlichen Koordinator im ZAB begleitet. Er sorgte für den Kontakt zu Schulen und Ausbildungsbetrieben, organisierte Fortbildungen für Bildungspaten, knüpfte Beziehungen zu den Beratern und Fallmanagern der ARGE oder des Arbeitsamts. Vor allem aber half er bei der Anbahnung der Patenschaften und achtete darauf, dass die persönliche "Chemie" zwischen "Pate" und "Patenkind" stimmte.
Die Bildungspaten trafen sich einmal im Monat zu einem Fachgespräch oder einer gemeinsamen Fortbildung. Hier tauschten sie ihre Erfahrungen aus. Auch die professionellen Stellen wie IHK oder Unternehmen sahen den Einsatz der Bildungspaten positiv: Bildungspatenschaften gewährleisten eine zeitlich intensive und individuelle Betreuung, zu der professionelle Beratungsstellen kaum in der Lage sind.
Aktualisiert am 07.02.2011 - Startseite ▲ nach oben