Stand beim Fachtag von SySTEP Oberfranken

Die Mitarbeiterin der Beratungsstelle steht hinter einem Stehtisch, auf dem Infomaterial zur Arbeit der Beratungsstelle ausliegt. Rechts neben ihr steht ein Banner zur Beratungsstelle.

Theresa Severloh als Vertreterin der Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer auf dem Fachtag von SySTEP Oberfranken. (Foto: Shirley Breuer)

29.06.2026 – Am Fachtag des SySTEP e.V., Fachstelle Täter*innen­arbeit häusliche Gewalt in Oberfranken, war die Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer (BHGM) mit einem Infostand vertreten.

Am 12.05.2026 lud die Fachstelle SySTEP e.V ganz nach ihrem Leitbild zu einem systemischen Fachtag ein. Im Zentrum stand das Thema „Systemische Praxis bei familiärer Gewalt“. Neben Grußworten, u.a. vom Präsidenten des Landgerichts, und interessanten Vorträgen gab es auch einen Bereich mit Infoständen von Hilfseinrichtungen. Hier war die BHGM ebenfalls vertreten. 

Vortrag I: Wie gehen wir mit Täterinnen und Tätern um?

Familienrichter Matthias Burkhardt referierte zum Thema elterlicher Sorge und Umgang mit häuslicher Gewalt sowie über aktuelle Entwicklungen im Gewaltschutzgesetz. Dieses Gesetz ist auch in der Praxis der Beratungsstelle immer wieder Thema, um beim zivilrechtlichen Schutz der Klienten bei häuslicher Gewalt zu helfen.

In Burkhardts Vortrag wurde zudem auf die aktuell vielseitig diskutierte Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel) eingegangen. Das sog. „spanische Modell“ wird derzeit vielfach wegen des enormen Potenzials zur Verhütung von Femiziden diskutiert. Burkhardt beleuchtete in diesem Zusammenhang jedoch auch die starken Mängel des Gesetzesentwurfes in Deutschland bezüglich der Umsetzung in der Praxis.

Vortrag II: Kreativer Umgang mit hochstrittigen Familien

Im zweiten Vortrag stellte Prof. Dr. med. Eia Asen (London, England) das von ihm und weiteren Mitarbeitenden entwickelte innovative systemische Arbeitsmodell bei familiärer Gewalt vor. Aus rund 40 Jahren Berufspraxis berichtete der Fachmann vom Umgang mit hochstrittigen Familien und der Erstellung gerichtlicher Gutachten.

Mit unübersehbarer Leidenschaft für den Beruf erzählte Asen von kreativen Herangehensweisen. Hierdurch konnte der Kontakt zwischen Kindern und Elternteilen wieder hergestellt bzw. verbessert werden. Zudem führte er durch seine Erfahrungen der letzten vier Jahrzehnte. Dabei spiegelten die Fallbeispiele oft auch die Situationen betroffener Männer wider, die in der BHGM Unterstützung suchen.

Infostände für die Netzwerkarbeit

An Ständen verschiedener Hilfseinrichtungen konnten sich die Gäste während des Einlasses und der Pausen zu verschiedenen Einrichtungen und Themengebieten informieren und austauschen. Die BHGM war hier vertreten, um die Perspektive der betroffenen Männer aufzuzeigen die einzige Anlaufstelle für diese Zielgruppe in der Region zu repräsentieren. Daneben gab es Infostände des Frauennotrufs, der Täter:innen-Beratung Oberfranken, der Beauftragten für Kriminalitätsopfer der Polizei und des Frauenhauses der AWO.

Am Stand der Beratungsstelle kam es zu regen Unterhaltungen mit den Besucherinnen und Besuchern, von denen viele das Angebot noch nicht kannten. Oftmals fielen Sätze wie „stimmt, an Männer denkt man bei diesem Thema oft gar nicht“. Auch Teilnehmende aus anderen Bundesländern informierten sich interessiert über die Hilfsstrukturen für betroffene Männer hier in Nordbayern und es wurde nach Schutzwohnungen gefragt.

Die Einrichtung SySTEP ist bereits seit einigen Jahren Kooperationspartner der Beratungsstelle, und stellt für die Präsenzberatung betroffener Männer aus Hof und Umgebung einen Beratungsraum zur Verfügung. Vielen Dank an SySTEP für die Einladung und die Möglichkeit, unsere Beratungsstelle vor einem so breiten Publikum zu präsentieren!