Zu Besuch in der Polizeischule Sulzbach-Rosenberg
V.l.n.r.: Dr. Katja Hirmer (Allgemeinbildungslehrerin VII. Bereitschaftspolizeiabteilung Sulzbach-Rosenberg), Jürgen Huhn (Fachstelle Täterarbeit Diakonie Weiden), Michael Grodd (Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer) und David Schäfer (Männerschutzwohnung Riposo des Caritasverbands Nürnberg). (Foto: POK Roland Bonna)
09.07.2026 - Die Polizei ist in Bezug auf die Arbeit der Beratungsstelle Häusliche Gewalt (BHGM) gegen Männer ein wichtiger Kooperationspartner. Immerhin ist sie eine der ersten Stellen, an die sich die Betroffenen wenden. Umso entscheidender ist es, dass Polizistinnen und Polizisten über diese Thematik aufgeklärt sind. Darum stellte Michael Grodd von der BHGM seine Arbeit im Rahmen eines Ausbildungsseminars der Polizei vor.
Gemeinsam mit David Schäfer, dem Leiter der Männerschutzwohnung Riposo des Caritasverbandes Nürnberg, war Michael Grodd (BHGM) am 09.07.2026 nach Sulzbach-Rosenberg gefahren. Dort besuchten sie das 72.Ausbildungsseminar der VII.Bereitschaftspolizeiabteilung, um dort die beiden Schutzprojekte vorzustellen und um zu erklären, warum diese Arbeit notwendig ist.
Bestehende Lücke in der Polizeiausbildung
Eingeladen wurden die beiden zum Thementag gegen (häusliche) Gewalt von den Allgemeinbildungslehrerinnen Dr. Katja Hirmer und Dr. Julia Deckert-Schleithoff. Beide Lehrkräfte sehen die Sensibilisierung der Beamtinnen und Beamten in Ausbildung (BiA's) zu diesem Thema als bestehende Lücke in der Polizeiausbildung an. In je 45 Minuten berichteten Michael Grodd und David Schäfer ca. 80 BiA's von den Problematiken und Bedürfnissen betroffener Männer.
Das Thema stieß auf offene Ohren, sodass viele Fragen der BiA's zu beantworten waren: "Was würden Sie sich in Zukunft von der bayerischen Polizei wünschen?" "Wie geschieht sexualisierte Gewalt von einer Frau gegen einen Mann, welche Formen gibt es da überhaupt?" "Wieso stellen Männer denn weniger Anzeigen?"
Darüber hinaus berichtete Jürgen Huhn von der "Fachstelle Täterarbeit der Diakonie Weiden" den BiA's von seiner Arbeit mit Täterinnen und Tätern. Er beschrieb, wie die Zugangswege in die Fachstelle aussehen und wie Beratungs- und Veränderungsprozesse in seiner Beratungsarbeit aussehen können.
Großes Interesse
Insgesamt war das Interesse der angehenden Polizeibeamten und -beamtinnen an der Arbeitsweise und den Bedingungen der Beratungsarbeit sehr hoch. Darum reichte die Dreiviertelstunde pro Klasse letztlich nicht aus, um das Thema allumfassend zu beleuchten und noch tiefer in die Diskussion einzusteigen. So wird im nächsten Jahrgang eine Wiederholung angestrebt. Zudem soll der Zeitumfang auf zwei Schulstunden ausgedehnt werden, um dem Thema gerecht werden zu können.
Aufmerksam wurden die beiden Allgemeinbildungslehrerinnen auf die teils doch noch recht unbekannten Beratungs- und Schutzangebote für Männer auf der Auftaktveranstaltung der Wanderausstellung "GewaltLOSWerden" im April an der VHS in Amberg.