Direkte Hilfe durch Kooperation

Drei Frauen und drei Männer, sowohl die Projektverantwortlichen der Beratungsstelle als auch Vertreter der Polizei, stehen auf einer Steintreppe für das Gruppenfoto aufgestellt und lächeln freundlich in die Kamera. Einer der Männer hat eine Polizeiuniform an.

"Auf gute Zusammenarbeit!" - Carolin Wild (3.v.rechts) von der BHGM Unterfranken und BHGM-Leitung Philipp Schmuck (Mitte) mit Vertreterinnen und Vertretern des Polizeipräsidiums  Unterfranken nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. (Foto: Polizeipräsidium Unterfranken)

06.07.2026 - Seit Kurzem besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer (BHGM) und dem Polizeipräsidium Unterfranken als proaktiver Ansatz bei häuslicher Gewalt.

Häusliche Gewalt ist ein weit verbreitetes und komplexes Problem. Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2024 fast 79.000 Fälle von Männern gemeldet, das entspricht knapp 30 Prozent aller bekannten Fälle häuslicher Gewalt. Eine solche Problematik in Familie oder Partnerschaft lässt sich nicht allein lösen. Damit Betroffene geschützt werden und langfristig aus Gewaltstrukturen aussteigen können, ist die enge Zusammenarbeit von Polizei, Beratungsstellen und weiteren Fachstellen entscheidend.

Aus diesem Grund wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer und dem Polizeipräsidium Unterfranken geschlossen. Das Ziel dabei: Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und bei denen die Polizei einschreitet, sollen schneller Unterstützung erhalten. Mit Zustimmung der Betroffenen kontaktiert die Beratungsstelle diese zeitnah persönlich und informiert über passende Hilfsangebote.

Proaktiver Ansatz: Hilfe kommt zu den Betroffenen

Ein proaktiver Ansatz bei häuslicher Gewalt bedeutet: Bei einem Polizeieinsatz werden Betroffene gezielt angesprochen. Sie bekommen Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten, von Beratung über Schutz bis zu weiteren Hilfsangeboten. Mit ihrer Zustimmung werden ihre Kontaktdaten an eine Fachstelle weitergegeben, die sich zeitnah meldet. So wird mit der Hilfe aktiv auf die Betroffenen zugegangen, anstatt Eigeninitiative von ihnen zu erwarten.

Neu in Unterfranken: Männer im Fokus

Bisher richtete sich der proaktive Ansatz vor allem an betroffene Frauen. Jetzt wird dieser in der Region auch gezielt für Männer angewendet. Die Kooperation zwischen der unterfränkischen Polizei und der BHGM ermöglicht somit, dass männliche Betroffene ebenfalls schnell erreicht, professionell begleitet und sicher unterstützt werden. Durch die Zusammenarbeit werden bestehende Strukturen erweitert und gestärkt. Betroffene erhalten leichter Zugang zu professioneller Hilfe und die Betreuung wird umfassender.

Die Beratungsstelle bedankt sich ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Polizei für die konstruktive Zusammenarbeit.