Nina Hogrebe: Segregation und Kita-Platzvergabe
Nina Hogrebe (Foto: Hesham Elsherif / TU Dortmund)
25.03.2026 - Am Dienstag, den 21. April 2026 war Prof. Dr. Nina Hogrebe von der Technischen Universität Dortmund am ISKA zu Gast. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Segregation und Kita-Platzvergabe: Bildungsungleichheiten gemeinsam abbauen“ beschäftigte sie sich mit der Frage, wie es zu ungleichen Zusammensetzungen in Kindertageseinrichtungen kommt. Zudem ging es um die damit verbundenen Folgen für Kinder und Einrichtungen sowie um die Gestaltung gerechterer Zugänge zur frühkindlichen Bildung.
Kindertageseinrichtungen sind zentrale Orte früher Bildung und sozialer Teilhabe. Gleichzeitig zeigen sich auch hier soziale Ungleichheiten, etwa wenn sich Kinder mit ähnlichen sozialen Voraussetzungen in bestimmten Einrichtungen konzentrieren. Derlei Segregationsprozesse können die Entwicklungschancen der Kinder, die Handlungsmöglichkeiten der Fachkräfte sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt beeinflussen.
Segregation in der Kindertagesbetreuung verstehen
Im Vortrag wurden zunächst die Ursachen und das Ausmaß von Segregation in der Kindertagesbetreuung dargestellt. Häufig werden dabei vor allem wohnräumliche Strukturen oder elterliche Wahlentscheidungen als Erklärung herangezogen. Prof. Dr. Hogrebe richtete den Blick darüber hinaus auf die Rolle der Bildungsinstitutionen selbst und zeigte auf, wie auch organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen zur Entstehung ungleicher Zusammensetzungen beitragen.
Die Bedeutung der Kita-Platzvergabe
Einen besonderen Fokus legte Nina Hogrebe auf die Verfahren der Platzvergabe. Der Zugang zu Kindertageseinrichtungen wird durch komplexe Prozesse geprägt, an denen Einrichtungen, Träger, Jugendämter und weitere Akteur/innen beteiligt sind. Diese Abläufe folgen unterschiedlichen Handlungslogiken und können - bewusst oder unbewusst - dazu führen, dass sich Bildungsungleichheiten verstärken. Der Vortrag zeigte auf, wie diese Mechanismen wirken und welche Handlungsspielräume auf den verschiedenen Ebenen bestehen.
Gemeinsam Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit entwickeln
Im Anschluss an den Vortrag wurden mögliche Ansätze diskutiert, um Segregation entgegenzuwirken und gerechtere Zugänge zur frühkindlichen Bildung zu fördern. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie Praxis, Träger, Verwaltung und Politik gemeinsam dazu beitragen können, Bildungschancen von Kindern frühzeitig zu verbessern. Diskutiert wurden unter anderem eine Reduzierung der Komplexität von Anmeldeprozessen sowie ein mögliches „Opt-out-Modell“, bei dem der Zugang zu einem Kita-Platz aktiv angeboten wird und nicht erst von den Eltern selbst organisiert werden muss.
Expertin für frühkindliche Bildung und Bildungsungleichheiten
Prof. Dr. Nina Hogrebe ist Professorin für Bildung und Erziehung in der Kindheit an der Technischen Universität Dortmund. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der frühkindlichen Bildung und Kindertagesbetreuung, in der Erforschung sozialer Ungleichheiten in Bildungsinstitutionen sowie in Fragen der Qualitätsentwicklung, Steuerung und Finanzierung im Bildungs- und Sozialwesen. Seit mehreren Jahren forscht sie unter anderem zu Segregation und zur Vergabe von Kita-Plätzen.
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