Praxisprojekt: Integrierende Soziale Arbeit in Kitas (ISAK)

Mehere Familien unterschiedlicher Herkunft sitzen bei schönem Wetter zusammen im Grünen unter Bäumen auf Decken.

In Kitas enstehen beiläufig kulturübergreifende Familienkontakte, z.B. beim Familienausflug in MIO. (Foto: Tanja Elm)

Mit dem Modellprojekt "Integrierende Sozialarbeit in Kitas" (ISAK) entwickeln wir ein Angebot für Kindertageseinrichtungen, das die Idee der Schulsozialarbeit auf den frühkindlichen Bereich überträgt. Grundgedanke dabei ist: Insbesondere Familien mit Flucht- oder Migrationserfahrung aus Drittstaaten stoßen im deutschen Bildungssystem häufig auf strukturelle Hürden. ISAK setzt genau hier an.

Zugewanderte Familien bringen viele wertvolle Erfahrungen mit, stehen im Alltag jedoch oft vor besonderen Herausforderungen – gerade beim Einstieg in ein Bildungssystem, das neu für sie ist. Gleichzeitig wünschen sich auch Kitas für diese wichtige Arbeit mit zugewanderten Familien mehr Zeit und gezielte Unterstützung. Hierauf zielt ISAK ab: Mit diesem Projekt werden Familien beim Ankommen unterstützt, sie werden hinsichtlich ihrer individuellen Bedarfe begleitet, ihre Teilhabe an der Nürnberger Stadtgesellschaft wird gestärkt und pädagogischen Fachkräften wird Raum für Austausch und Impulse zur Weiterentwicklung interkultureller Kompetenzen geboten. Um Familien bestmöglich zu erreichen und Kita-Fachkräfte in ihrer Arbeit zu stärken, setzt ISAK auf drei ineinandergreifende Bausteine:

1. Begleitung für die ganze Familie – der Familien-Navigator

Im Familien-Navigator steht die Familie als Ganzes im Mittelpunkt – mit allen Themen, die das Familienleben in Deutschland betreffen: Finanzen, Gesundheit, Wohnen, Bildung, Erziehung, Behördengänge und Unterstützung im Alltag. Dabei wird der erweiterte Familienbegriff bewusst mitgedacht: Kinder, Eltern, Großeltern und nahe Angehörige sind eingebunden. Die ISAK-Fachdienste helfen dabei, Bedürfnisse zu klären, Orientierung zu geben, gemeinsam passende Unterstützungsangebote zu finden und zu vermitteln.

2. Begegnung schafft Verbindung – Miteinander in Aktion

Mit gemeinsamen Festen, Ausflügen oder kreativen Angeboten fördert ISAK das Miteinander zwischen allen Kita-Familien und stärkt das Wir-Gefühl vor Ort. Im Fokus stehen Austausch, Freude und das gemeinsame Erleben als Familie und Kita-Gemeinschaft.

3. Mehr Sicherheit im Umgang mit Vielfalt – die Sensibilisierungs-Agenda

Neben der Arbeit mit Familien richtet sich ISAK auch an pädagogsiche Fachkräfte in Kitas – sowohl in unseren eigenen Einrichtungen als auch stadtweit. Ziel ist es, durch Fortbildungen und Fachimpulse zur Sensibilisierung beizutragen und ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten und familiäre Erfahrungen zu schaffen.

Kitas als Orte der Integration

Mit ISAK knüpfen wir an die Idee der Schulsozialarbeit an – allerdings speziell zugeschnitten auf den frühkindlichen Bereich. Gerade in den ersten Lebensjahren werden entscheidende Grundlagen gelegt: für eine gelingende Bildungslaufbahn, für ein starkes Miteinander und gegen langfristige Benachteiligungen.

Das Projekt wird von zusätzlichen pädagogischen Fachkräften (ISAK-Fachdienste) in unseren Kitas umgesetzt. Darüber hinaus wird es wissenschaftlich begleitet: Erfahrungen und Ergebnisse aus der Praxis werden regelmäßig ausgewertet und veröffentlicht, um auch Impulse für den fachlichen Diskurs und zukünftige Entwicklungen zu geben. Mit den ISAK-Fachdiensten leisten wir Pionierarbeit und hoffen, dass die positiven Erfahrungen, die wir mit diesem Arbeitsansatz machen, von anderen aufgegriffen und weitergeführt werden.

Die Projektlaufzeit erstreckt sich vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2028. Die Förderung erfolgt durch die Europäische Union im Rahmen des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF).

Aktuelle Informationen zum Projekt sind hier zu finden.

Logo zur EU-Förderung: Unter der EU-Flagge steht der Slogan "Kofinanziert von der Europäischen Union".