Vortrag Bildungsgerechtigkeit in Krippen
Gaballte ISKA-Power für mehr Bildungsgerechtigkeit: Anne Nguyen, Julia Schimmer, Michaela Hartmann, Heike Thalmann, Katharina Kraus und Amelie Aryee (v.l.n.r.) am Krippenkongress. (Foto: Sonja Audi)
16.07.2026 - Ende Juni referierte das ISKA am Krippenkongress der SOKE in Nürnberg über Bildungsgerechtigkeit in Krippen.
Die Erarbeitung des Vortrags sowie die Präsentation waren dabei eine echte Gemeinschaftsleistung - Kita-Fachdienste, Kita-Leitungen, Fachberatung und Geschäftsführung des ISKA brachten jeweils die eigene Perspektive auf das Thema ein.
Forschung und Praxis
Im Vortrag waren die Rollen klar verteilt: Fachberaterin Heike Thalmann moderierte durch die zwei Stunden und sorgte für die Beteiligung des Publikums mit unterschiedlichen Methoden. Geschäftsführerin Dr. Julia Schimmer gab einen Überblick über die Vielfalt an Projekten zum Thema Bildungsgerechtigkeit am ISKA. Zudem stellte sie anhand zahlreicher Studien vor, wie schlecht es um die Bildungsgerechtigkeit in der frühen Kindheit bestellt ist. Anne Nguyen und Michaela Hartmann erläuterten, wie Kindertageseinrichtungen organisiert und geführt weden müssen, damit Bildungsungleichheit abgebaut wird. Die Fachdienste Amelie Aryee und Katharina Kraus machten transparent, welche Rolle sie als Fachdienst für Bildungschancen und Fachdienst für integrierte Soziale Arbeit im Gefüge der ISKA-Kitas einnehmen.
Frühe Kindheit ist entscheidend
Der Kern des Vortrags war somit unser Blick auf Bildungs(un)gerechtigkeit in der frühen Kindheit. In dieser Zeit entstehen soziale Disparitäten, also Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten, die zu Ungleichheiten führen. Kindertageseinrichtungen sind daher in der Verantwortung, Familien mit geringen finanziellen Ressourcen und geringen Bildungsressourcen besonders zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise die aktive Gestaltung organisatorischer Aspekte wie ein gerechter Zugang in Krippen oder das Anstreben einer Familienmischung, in der Kinder mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen in der Kita aufeinandertreffen.
Bildungsgerechtigkeit ist kein Selbstläufer
Es gehört aber auch dazu, eine besonders vertrauensvolle Elternarbeit umzusetzen. Wir beteiligen Eltern mit entsprechenden Bedarfen niedrigschwellig im Kita-Alltag, geben ihnen Orientierung im Stadtteil und vernetzen sie mit anderen Hilfestellen.
Die Kinder solcher Familien erleben in ihrem Umfeld diverse Begrenzungen, sei es etwa aufgrund fehlender sozialer Kontakte, fehlender finanzieller Mittel oder fehlender Bildung der Eltern. Wir möchten dazu beitragen, dass sich ihre Horizonte dennoch erweitern. Mit unseren Angeboten stärken wir ihre Kompetenzen, ihr Selbstwertgefühl und ihr Durchhaltevermögen.
Eine wichtige Erkenntnis dabei ist: Bildungsgerechtigkeit ist kein Selbstläufer. Daher gehört es zur Aufgabe von Teams, Fachdiensten, Leitungen und Trägern, ständig über das Thema und die eigene Haltung zu reflektieren und mögliche Benachteiligungen in Kindertageseinrichtungen abzubauen.
Viel Interesse und Zuspruch
Die Nachfragen des Publikums machten deutlich, dass das Thema Bildungsgerechtigkeit viele Praktikerinnen und Praktiker bewegt. Viele wünschen sich ähnliche Unterstützung, wie sie unsere Fachdienste im Kita-Alltag bieten. Wir freuen uns sehr über das Interesse an unserer Arbeit und danken der SOKE e.V. für die Einladung zum Krippenkongress.