Studien zur Bildungsbenachteiligung

Hier werden die Datengrundlagen der aufgeführten Studien und die Literaturquellen genannt und erläutert.

Datengrundlage der dargestellten Studien

  • Im NEPS (Nationales Bildungspanel) wurden u. a. die Daten von fünf- bzw. sechsjährigen Kindern in den Jahren 2011-2013 erhoben (Blossfeld, 2011). Im Bildungsbericht werden die Daten von 2.996 Kindern und 2.340 Eltern für das Kapitel frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ausgewertet (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2014, S. 49).

  • In der BIKS-Studie (Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter) wurden u. a. 436 Kinder im Frühjahr 2009, kurz vor ihrer Einschulung hinsichtlich ihrer kognitiven und sprachlichen Kompetenzen getestet (Kotzerke u.a., 2013, S. 115).

  • In der KiFöG-Länderbefragung wurden u.a. im Jahr 2012 ca. 12.600 Eltern mit Kindern unter drei Jahren befragt (DJI, 2015).

  • In der Studie EVES (Erwerb von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen von Migrantenkindern in der Vorschulzeit) wurden u.a. in 16 Heidelberger Grundschulen 1.520 Kinder aus den Einschulungsjahrgängen 2001 und 2002 u.A. rückwirkend befragt (Schick u.A., 2006, S. 4). Zudem wurden im Frühjahr 2007 die Daten von 1.281 türkischen und deutschen Betreuungspersonen in 39 Städten/ Gemeinden im Groߟraum Rhein-Neckar mit 3-4jährigen Kindern erhoben (Klein, Biedinger, 2009, S. 10-11).

  • Im DJI-Kinderpanel wurden in der ersten Welle, die für die dargestellte Datenanalyse relevant ist, 1.042 Kinder, 2.190 Mütter und 1.336 Väter Ende des Jahres 2012 / Anfang des Jahres 2013 befragt. Zusätzlich wurden 262 Interviews mit russisch-und 257 mit türkischstämmigen Kindern und ihren Eltern durchgeführt. Es werden Fragen rund um das Aufwachsen der Kinder beantwortet (Betz, 2008, 187ff.)

  • In der IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wird seit 2001 alle 5 Jahre die Lesekompetenz (insbesondere Textverstehen) von Grundschülern Ende der vierten Klasse international getestet. Im Jahr 2011 wurden über 4.000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland einbezogen (Tarelli u.a. 2012, S.27ff.).

  • In TIMMS (Trends in International Mathematics and Science Study) werden die Kompetenzen in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaft von Grundschülern in der vierten Klasse international getestet. Die Studie wurde bisher in den Jahren 2007, 2011 und 2015 durchgeführt. Im Jahr 2015 wurden knapp 4.000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland einbezogen (Wendt, 2012b, S. 63).

  • In der PISA-Studie (Programme for international student assessment) werden seit dem Jahr 2000 die Kompetenzen der 15-jähriger Schülerinnen und Schüler getestet. Der Schwerpunkt der PISA-Studie wechselt zwischen den Fächern Lesefähigkeit (2000 und 2009), Mathematik (2003 und 2012) sowie Naturwissenschaft (2006 und 2015). In die deutsche Stichprobe des Jahres 2015 haben 6.522 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Im Jahr 2012 gingen die Daten von 5.001 Schülerinnen und Schülern (OECD, 2013c, S. 290) und im Jahr 2009 die Daten von 4.979 Schülern ein (Jude und Klieme 2010, S. 16).

  • Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung in Deutschland. Es werden rund 830 000 Personen jährlich befragt. Dies entspricht 1% der Bevölkerung (Statistisches Bundesamt, 2015).

  • Der SOEP (Sozioökonomischer Panel) untersucht jährlich etwa 30.000 Befragte in Deutschland. Im Fokus stehen Daten zum Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit (DIW Berlin, 2015). Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2011.

Literaturverzeichnis

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