Es ist so schön, etwas Gutes zu tun

Freiwilligen-Portrait: Gabi Barthel

 


Gabi Barthel wollte etwas Sinnvolles tun und betreut daher schon im dritten Schuljahr Schüler der Grundschule Frauensstraße bei den Hausaufgaben. Seit September trifft die 56-jährige zweimal wöchentlich den zehnjährigen Arthur aus Polen, der eine Übergangsklasse besucht. Dort werden Schüler, die kein oder wenig Deutsch sprechen, beschult, bis sie in eine Regelklasse wechseln können. Die Frauenschule freut sich über die freiwilligen Helfern und schätzt die individuelle Förderung einzelner Schüler.
"Letztes Jahr hatte ich zu Beginn zwei Schüler parallel, das war dann schon sehr schwierig! Da beide unterschiedlich schnell waren, konnte ich nicht so individuell auf jeden einzelnen eingehen, wie ich es wollte“, erinnert sie sich. Seit September trifft die 56-jährige nun zweimal wöchentlich auf den zehnjährigen Arthur. Er kam mit seiner Familie aus Polen und besucht im zweiten Schuljahr eine sogenannte Übergangsklasse an der Frauenschule in Fürth.
Dort werden Schüler, die kein oder wenig Deutsch sprechen, beschult, bis sie in eine Regelklasse wechseln können. Das ist eine Herausforderung für die Lehrkräfte, aber auch für die Hausaufgabenbetreuer.

„Schnell aber schlampig“, so beschreibt Gabi Barthel den Hausaufgabenstil ihres Schützlings und lacht herzlich, während sie hinzufügt: „Damit kommt er natürlich bei mir nicht durch!“ Sie steht im engen Abstimmungsprozess mit der Klassenlehrerin von Arthur und kann so gezielt auf seine Lerndefizite eingehen. „Das ist mir wichtig, denn ich möchte ja auch, dass meine zwei Stunden pro Woche Arthur etwas bringen!“ betont sie. Eine Menge Verständnis hat sie für ihn, der natürlich wie jeder Junge seines Alters lieber nach der Schule mit seinen Freunden spielen gehen will, als mit ihr Hausaufgaben zu machen. „Das ist doch völlig normal, bei meinem Sohn war das doch auch nicht anders!“, lächelt sie verschmitzt.

Die kleine Pause, die nach Unterrichtsschluss angesetzt wird, ist ihr sehr wichtig. „Ich habe ihm letzthin ein Stück vom Geburtstagskuchen meines Sohnes mitgebracht, so konnte er sich erst einmal kurz stärken, bevor wir uns im Klassenzimmer an die Hausaufgaben machten“, erwähnt sie und fügt besorgt hinzu: “Man weiß ja auch gar nicht so genau, was er bis dahin überhaupt gegessen hat. Hungrig lässt es sich ja nun wirklich nicht gut lernen!“

Gabi Barthel tauscht sich auch mit anderen Hausaufgabenbetreuern der Frauenschule aus. Sie alle wollen weiterhin in enger Absprache mit der Frauenschule für eine zuverlässige und kontinuierliche Unterstützung einzelner Schüler sorgen. „Manche Eltern sind leider skeptisch und nehmen das Angebot der Hausaufgabenbetreuung, was über die Lehrkräfte der Schule kommuniziert wird, nicht an. Das ist wirklich schade!“, erzählt Gabi Barthel.

Sie selbst genießt es, als Freiwillige in einem für sie neuen Arbeitsbereich auf interessante Menschen zu treffen und ist aktiv dabei, ihre Freundinnen zu akquirieren: “Das traue ich mir nicht zu“, ist eine Antwort, die sie oft hört aber nicht gelten lassen möchte. „Es ist so schön, etwas Gutes zu tun! Man bekommt soviel zurück und bleibt offen für neue Menschen, Situationen und Erlebnisse. Allein die Fortbildungen, die vom FZF für uns Freiwillige organisiert werden sind super! Die Arbeit als Freiwillige eröffnet mir ganz neue Perspektiven! Das möchte ich nicht missen!“

Nach der Geburt ihres Sohnes vor 24 Jahren hat sie ihren Beruf als Verwaltungsangestellte aufgegeben und sich seither immer um die Familie gekümmert. Nun genießt sie ihre neue Aufgabe als Hausaufgabenbetreuerin von Herzen. „Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen!“, schwärmt sie und freut sich auf die kommenden Jahre als Freiwillige.


Aktualisiert am 16.06.2016 - Startseite           ▲ nach oben