Empfehlungen zur Organisation von Corona-Hilfen

Engagement, so wie wir es gewohnt sind, kann in der aktuellen Situation kaum noch stattfinden. Dennoch erleben wir eine große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Wir geben einen Überblick, was bei der Koordination und Umsetzung von freiwilliger Corona-Hife zu beachten ist.

Es entstehen nachbarschaftliche Einkaufshilfen, telefonische oder digitale Kontakte zu sozial Isolierten werden angeboten, online Spiele-Gruppen wurden gegründet und Anerkennungsformate oder Spendenaufrufe werden im Netz geteilt. Mit viel Einsatz und Kreativität sind vielerorts Möglichkeiten entwickelt worden, wie Engagement ohne persönliche Ansteckungsgefahr möglich ist.

Unsere Bürgernetz-Datenbank haben wir bereits mit einem Filter speziell für Coronavirus-Hilfen bzw. Einsatzmöglichkeiten im Kontext der Pandemie erweitert.

Empfehlungen zur Umsetzung von Projekten

Mit dieser Handreichung geben wir Ihnen einige Tipps zur Umsetzung von Projekten und zum Umgang mit Freiwilligen in Zeiten von Corona:

  • Organisieren Sie als erstes den Schutz Ihrer Freiwilligen (z.B. Erstberatungen nur telefonisch oder digital, im Home-Office etc.).
  • Beraten Sie sich mit Verantwortlichen, wie Hilfe sinnvoll geleistet werden kann.
  • Sprechen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Hilfsidee sinnvoll ist. Wir sind im engen Kontakt mit den Behörden und anderen Akteuren und haben einen aktuellen Überblick darüber, wer was macht und wie zusammenarbeitet.
  • Wenn Sie bereits mit Ehrenamtlichen arbeiten, ist es sinnvoll mit diesen bereits bekannten Freiwilligen weiter zu arbeiten, insbesondere wenn der Einsatz mit sensiblen Daten und Personengruppen zu tun hat.

Empfehlungen zur Vermittlung von Freiwilligen

  • Bei neuen Freiwilligen, außerhalb der direkten Nachbarschaft, raten wir von einer ausschließlich digitalen Vermittlung ab. Bei einem Telefongespräch sollte der/die Hilfsbereite etwas kennengelernt werden, bevor sie an Hilfsbedürftige vermittelt wird.
  • Helfer und Helferinnen sollten sich auf ihr direktes Umfeld konzentrieren und am besten wenigen Personen helfen, dafür diesen beständig. Persönliche Kontakte sollten unbedingt weiterhin minimiert werden, z.B. nur ein Freiwilliger je Haushalt, um damit das Risiko der Virus-Verbreitung klein zu halten.
  • Überlegungen Sie, wie die Daten datenschutzkonform weitergegeben werden können, um mögliche Betrügereien zu unterbinden.
  • Bei jeder Form von Nachbarschaftshilfe ist es wichtig die Hygiene-Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums einzuhalten. Hier finden Sie Tipps für sichere Einkaufshilfen.

Versicherungsschutz von Freiwilligen

Für viele Freiwillige ist ein Versicherungsschutz wichtig, um im Notfall abgesichert zu sein. Sollte für Ihre Freiwilligen keine eigene Versicherung eintreten, besteht in Bayern nachrangig Versicherungsschutz über die Bayerische Ehrenamtsversicherung. Diese gliedert sich in zwei Teile:

  • Bei der Haftpflichtversicherung sind nur Freiwillige versichert, die in einer Initiative (= rechtlich unselbständige Vereinigung) engagiert sind. Es sind z.B. keine Freiwilligen versichert, die in einem Verein tätig sind. Auch eine einzelne Person, die z.B. ihrem Nachbarn hilft, ist nicht versichert. Deshalb muss im Schadensfall z.B. nachgewiesen werden, dass regelmäßige Treffen der Initiative stattgefunden haben (durch Protokolle o.ä.).
  • Bei der Unfallversicherung sind auch Freiwillige in rechtlich selbständigen Strukturen (z.B. Vereine) versichert.
  • Der Verein / die Initiative muss seine Freiwilligen bei der Versicherung nicht anmelden. Ob der Verein / die Initiative ein Einkommen hat oder nicht, ist nicht relevant, wichtig ist nur die Gemeinwohl-Orientierung.
  • Wichtig zu wissen ist, dass für mögliche Virus-Infektionen kein Versicherungsschutz im Rahmen der Bayerischen Ehrenamtsversicherung besteht. Informationen zum Thema Ehrenamtliche in „Corona-Helfergruppen“ finden Sie hier.
  • Weitere Informationen zu der Bayerischen Ehrenamtsversicherung gibt es unter www.ehrenamtsversicherung.bayern.de.