Integrationslotsen für Geflüchtete

Personen sitzen am Tisch und essen gemeinsam

Gemeinsames Abendessen im SprachBistro (Foto: Felix Trejo)

Seit Mai 2017 gibt es im Freiwilligen-Zentrum Fürth (FZF) das vom Bayerischen Sozialministerium geförderte Projekt IntegrationslotsInnen. 120 Freiwillige sind in Integrationsprojekten des FZF aktiv.

Die Projektgelder für das Projekt „IntegrationslotsInnen“ werden hälftig zwischen dem Sozialreferat der Stadt Fürth und dem FZF aufgeteilt, so dass im FZF nun 25 Stunden für die Koordinierung des Flüchtlingsbereichs zur Verfügung stehen.

Etwa 120 Freiwillige engagieren sich zur Zeit in Integrationsprojekten des Freiwilligenzentrums. Sie begleiten und unterstützen Menschen beim Ankommen in unserer Stadt, üben mit ihnen Deutsch oder stehen Geflüchteten in persönliche Beziehungen mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem werden im Rahmen des Projekts auch engagierte Geflüchtete in eigene ehrenamtliche Tätigkeiten vermittelt. 

Der Bereich der Flüchtlingshilfe hat sich verändert: Die akute Erstversorgung wurde erfolgreich gemeistert, die benötigte Betreuung ist dafür intensiver und individueller geworden. Jetzt bilden Patenschaften die Schwerpunkte der Arbeit: Ehrenamtiche helfen beim Spracherwerb, kulturellen Unsicherheiten, Ämtergängen und bei der Wohnungsvermittlung.

Momentan gibt es im FZF folgende Projekte im Integrationsbereich:

"Zimmer frei?!"

Viele Geflüchtete haben ihre Anerkennung bzw. einen Aufenthaltsstaus erhalten und damit auch die Aufforderung, aus den Gemeinschaftsunterkünften auszuziehen. Leider ist die Wohnungssituation in Fürth für Personen mit geringem Einkommen sehr schlecht.

Im FZF hat sich in Kooperation mit der Caritas-Flüchtlingshilfe die neue Projektgruppe "Zimmer frei?!" gebildet. Das Team sucht potentielle Vermieter, berät sie und bringt sie mit Geflüchteten zusammen. So haben Vermieter einen Ansprechpartner, der als Bindeglied zu den neuen Mietern wirkt. Die Freiwilligen begleiten die Geflüchteten in der Anfangszeit, helfen bei Bürokratie und Umzug und machen sie mit den Gepflogenheiten, Rechten und Pflichten vertraut.

SprachBistro / Sprachpatenschaften

Aus "SprachMenü" wurde 2017 "SprachBistro". Der Rahmen hat sich etwas verändert, das Ziel des Projekts ist geblieben: Es werden Sprachpatenschaften gebildet. Fünf Mal im Jahr treffen sich Geflüchtete und Einheimische bei Tee, Kaffee, Kuchen und kleinen Snacks. In gemütlicher Atmosphäre lernt man sich kennen und es entstehen Sprachpatenschaften. Diese treffen sich dann regelmäßig, unterhalten sich und üben so die deutsche Sprache in einer entspannten Gesprächssituation. Aus einem interkulturellen Austausch mit persönlicher Note können mit der Zeit auch Freundschaften werden. Seit Beginn des Projekts wurden 67 Sprachpatenschaften gebildet, von denen derzeit 42 aktiv sind.

Zwischen den Terminen des SprachBistros ist auch eine direkte Vermittlung möglich. In Kooperation mit der Caritas-Asylsozialberatung wird dann ein passender Sprachpartner gesucht.

Die Sprachpatenschaften haben inzwischen die ehrenamtlichen Deutschkurse abgelöst. Mittlerweile gibt es genügend Integrationskurse, so dass Freiwillige in erster Linie die Menschen unterstützen, die durch die Kurse schlecht erreicht werden, z.B. Mütter mit kleinen Kindern.

Fahrradwerkstatt

Die Fahrradwerkstatt hat sich verändert. In der Karolinenstraße und im Möbelhaus Höffner werden keine Räder mehr repariert. Dafür gibt es zwei neue Möglichkeiten: Die mobile Fahrradwerkstatt und die Nachbarschaftswerkstatt.

Erstere bedient zwei Standorte: Einmal kommt sie in die Fronmüllerstraße 129 und einmal ist sie in der Max-Planck-Straße 15. Beide liegen in der Nähe von Gemeinschaftsunterkünften. Ziel der mobilen Fahrradwerkstatt ist, wohnortnah zu helfen und Räder wieder nutzbar zu machen.

Die Nachbarschaftswerkstatt wurde in Kooperation mit der Kinderarche eingerichtet. In der Theresienstraße 17 betreibt die Kinderarche schon seit Jahren eine gut ausgestattete Fahrradwerkstatt für Kinder und Jugendliche. Jetzt werden am Montagabend auch Erwachsene angesprochen.

Beide Projekte richten sich nicht nur an Geflüchtete, sondern auch an Deutsche und Zuwanderer mit geringem Einkommen. Für die Reparaturen fallen keine Kosten an, nur Ersatzteile müssen bezahlt werden. Das Ziel ist immer Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. die „Kunden“ lernen ihr Rad selber zu reparieren.

Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung in der Karolinenstraße ist ebenfalls fest etabliert. Zweimal in der Woche gehört der von den Freiwilligen ausgestattete Raum den Kindern. Hier wird gelesen, gebastelt, gespielt und gemalt. Anfang 2017 konnte mit Spenden ein Sportraum in der großen Unterkunft eingerichtet werden. Seither geht immer eine Freiwillige mit einer Gruppe von Kindern zum Fußballspielen.

Interessante Informationen, speziell auch für Ehrenamtliche und Flüchtlinge, werden auf der Internetseite www.fluechtlingshilfe-fuerth.de veröffentlicht. Diese Homepage wird von dem Freiwilligen Johannes Böhm betreut.

Tischtennis

Wer Lust am Sport mit anderen hat, kann seit März 2018 einmal pro Woche in der Sporthalle einer Gemeinschaftsunterkunft Tischtennis spielen. Die Treffen sind unverbindlich, kostenlos und für alle ab 14 Jahren offen. Es geht vor allem um den Spaß am Spiel und den Kontakt zwischen Menschen verschiedener Herkunft.