Hochschulbesuch in der Kita MIO

Die Professoren und Mitarbeitende der Bildungsfachdienste stehen in einem Kita-Raum mit vielfältigen Holzelementen wie Treppen und Podesten und befinden sich im Gespräch.

Die Professoren Steffen Brockmann Huber und Santiago Morales gemeinsam mit den Bildungsfachdiensten Bernadette Benning und Jonas Brönner in der Kita Mio (Foto: Marina Burkowski)

30.01.2026 - Am 12. Dezember 2025 besuchten die Professoren Steffen Brockmann Huber von der TH Nürnberg und Santiago Morales (Gastprofessor aus Argentinien) die Kita MIO. Im Mittelpunkt des Besuchs standen der fachliche Austausch sowie Einblicke in die praktische Umsetzung von Bildungsgerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung.

Der Besuch bot die Gelegenheit, die Arbeit des ISKA's am Beispiel der Kita MIO kennenzulernen und zentrale Fragestellungen rund um Bildungsgerechtigkeit im internationalen Kontext aufzugreifen. Dabei standen sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch konkrete Ansätze aus der Praxis im Fokus.

Einblick in die Kita MIO und die Arbeit des ISKA

Zu Beginn des Besuchs erhielten die Gäste eine Führung durch MIO, begleitet durch die Fachdienste. Dabei wurde die Einrichtung als ein Ort vorgestellt, an dem pädagogische Arbeit eng mit den Prinzipien von Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Diversität verknüpft ist. Die ISKA-Kitas verstehen sich als inklusive Bildungsorte, die allen Kindern - unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund - einen Zugang zu qualitativ hochwertiger frühkindlicher Bildung ermöglichen möchten.

Austausch über unterschiedliche Kita-Systeme

Im gemeinsamen Gespräch standen insbesondere die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem argentinischen Kita-System im Fokus. Während in Deutschland strukturelle Unterschiede häufig entlang von Stadtteilen und damit verbundenen Ressourcen sichtbar werden, ist das System in Argentinien stärker durch eine Trennung zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen geprägt. Öffentliche Kitas sind dort oft unterfinanziert, während private Einrichtungen mit hohen Kosten verbunden sind und somit nur einem begrenzten Teil der Bevölkerung offenstehen.

Vor diesem Hintergrund wurde das Konzept des ISKA näher vorgestellt, das gezielt auf Bildungsgerechtigkeit ausgerichtet ist. Deutlich wurde, dass Herausforderungen ungleicher Bildungschancen auch im deutschen Kontext bestehen, etwa durch unterschiedliche Rahmenbedingungen in verschiedenen Sozialräumen. Die Kita MIO begegnet diesen Ungleichheiten unter anderem durch eine bewusste Platzvergabe, niedrigschwellige Zugänge, unterstützende Finanzierungsmodelle sowie vielfältige kostenfreie Angebote (z.B. durch den Bildungs- und ISAK-Fachdienst) für Familien.

Diversitätsbewusste Pädagogik im Alltag verankert

Ein weiterer Aspekt war die vorurteils- und diversitätsbewusste Ausrichtung der pädagogischen Arbeit. Diese zeigt sich im ISKA nicht nur auf konzeptioneller Ebene, sondern durchzieht verschiedene Bereiche der Kita: von Aufnahmeverfahren und Elternarbeit über Materialauswahl bis hin zum pädagogischen Alltag. Der Ansatz knüpft an den Anti-Bias-Ansatz an und verfolgt das Ziel, Vielfalt sichtbar zu machen und Diskriminierung aktiv entgegenzuwirken.

Impulse für den internationalen Austausch

Der Besuch bot die Gelegenheit unterschiedliche Perspektiven auf frühkindliche Bildung kennenzulernen und bestehende Ansätze zu reflektieren. Insbesondere die Einblicke in das argentinische Kita-System eröffneten neue Sichtweisen auf Fragen der Bildungsgerechtigkeit. Zustande kam der Besuch durch den Kontakt von Bernadette Benning (Fachdienst in MIKRO) zu Steffen Brockmann Huber von der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. In diesem Zusammenhang nahm auch Santiago Morales teil, der aktuell im Rahmen des OHM-Lectureship-Programms als Gastprofessor an der Hochschule tätig ist. Das durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderte Programm ermöglicht die Einladung von Dozierenden aus dem Ausland für befristete Gastaufenthalte.