Praxisforschung

"Muslimas aktiv" - Forschungsprojekt zum Engagement von muslimischen Frauen

Im Auftrag der Robert Bosch Stiftung untersucht das ISKA ab Oktober 2020 das bürgerschaftliche Engagement von Muslimas in Nürnberg. Dafür werden Gruppendiskussionen mit muslimischen, freiwillig engagierten Frauen und Einzelinterviews mit muslimischen Koordinatorinnen im Bereich des Bürgerschaftlichen Engagements geführt. Wir möchten herausfinden, welche Motive für ein Engagement bestehen, welche Erfahrungen die Frauen im Engagement machen und welche Rahmenbedingungen und Engagementfelder sie sich wünschen. All das soll helfen zu klären, was es braucht, um Muslimas als Freiwillige, auch abseits zielgruppenspezifischer Settings, zu gewinnen und wie letztlich eine interkulturelle Öffnung von Freiwilligenorganisationen gefördert werden kann.

Neben der Beantwortung der Forschungsfragen soll durch das Projekt das Engagement von Muslimas sichtbar gemacht werden. Dafür werden Forschungsergebnisse, Engagementprojekte und ein Image-Film auf einer eigens gestalteten Webseite veröffentlicht. Zudem werden Ergebnisse und mögliche Folgeschritte für die Nürnberger Engagementszene im Sommer 2021 auf einer Veranstaltung diskutiert.

Bei dem Projekt werden zwei muslimische Bürgerwissenschaftlerinnen einbezogen, die uns unterstützen, Instrumente, Erhebungen und Veröffentlichungen so zu gestalten, dass sie der Lebenswirklichkeit von Muslimas gerecht werden. Dazu dient auch die geplante Vernetzung mit bestehenden Initiativen in Nürnberg und Umgebung, in denen Muslimas aktiv sind sowie eine externe Beratung durch eine muslimische Expertin im Hinblick auf die Forschungsergebnisse.

  • bearbeitet von Mira Eichholz, Hassan Khalaf, Wolfgang Neumüller und Julia Schimmer
  • Laufzeit: 10/2020 - 08/2021
  • Finanzierung: Robert Bosch Stiftung

Elternbefragung in Ingolstadt

Im Auftrag vom Amt für Kinderbetreuung und vorschulische Bildung der Stadt Ingolstadt führte das ISKA 2020 zum zweiten mal die stadtweite Elternbefragung durch. Insgesamt wurden 110 Kindertageseinrichtungen und 10 Großtagespflegestellen beteiligt, in welchen rund 6.400 Kinder betreut werden. Eltern, die nicht online teilnehmen konnten oder wollten, erhielten die Möglichkeit, einen gedruckten Fragebogen zu nutzen.

Durch individuelle Kita-Berichte, trägerspezifische Berichte sowie stadtbezirkspezifische Berichte können vielfältige Vergleiche angestellt werden. Stärken und Schwächen werden so analysiert und Verbesserungen gezielt angestoßen.

Die Ergebnisse wurden im Oktober im Jugendhilfeausschuss der Stadt Ingolstadt präsentiert. Der Gesamtbericht findet sich hier zum Download.

  • bearbeitet von Julia Schimmer
  • Laufzeit: 01/2020 - 10/2020
  • Finanzierung: Stadt Ingolstadt

Elternbefragungen in der Diözese Augsburg

Seit 2013 unterstützen wir die Diözese Augsburg bei der Durchführung von Elternbefragungen in Kindertageseinrichtungen. Die Erhebungen erfolgen inzwischen fast vollständig online. Die Kitas erhalten spezifische Auswertungen und Vergleiche mit Durchschnittswerten. In Zusammenarbeit mit der Fachberatung der Caritas werden von den Ergebnissen Qualitätssicherungsmaßnahmen abgeleitet. Die Befragung wurde im Jahr 2020 das achte Mal vom ISKA durchgeführt und ausgewertet. Es nahmen 142 Kitas des KiTA-Zentrums St. Simpert und weitere 83 der Diözese teil. Insgesamt wurden die Eltern von über 18.000 Kindern befragt.

Weitere Befragungen sind in Vorbereitung.

  • bearbeitet von Julia Schimmer und Günter Krauß
  • Laufzeit: 03/2017 - 12/2020
  • Finanzierung: Kirchenstiftung KiTA-Zentrum St. Simpert

Vorstudie zur Anerkennungskultur für geflüchtete Ehrenamtliche

Gefördert durch die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern, wurde eine Vorstudie durchgeführt, die darauf abzielen sollte, einen Fragebogen für eine quantitative Erhebung zu den Bedürfnissen von Ehrenamtlichen mit Fluchthintergrund im Hinblick auf deren Anerkennung innerhalb des freiwilligen Engagements zu entwickeln. Hierzu wurden drei Einzelinterviews mit Hauptamtlichen geführt, die alle selbst Migrationshintergrund (in erster Generation) haben und selbst ehrenamtlich aktiv sind. Ein Hauptamtlicher hatte selbst Fluchthintergrund. Alle drei koordinierten Engagementprojekte, in denen fast ausschließlich Menschen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund tätig sind. Insofern handelte es sich in mehrfacher Hinsicht um ExpertInnen für die fokussierte Thematik. Hinzu kamen zwei Gruppeninterviews mit insgesamt fünf Freiwilligen, die alle einen Fluchthintergrund hatten.

Das zentrale Ergebnis der Vorstudie ist, dass Anerkennungsbedürfnisse und -Erwartungen von geflüchteten Freiwilligen ebenso individuell sind, wie im Falle von Freiwilligen ohne Flucht- und Migrationshintergrund. Entscheidender sowie grundlegender ist die Stärkung der Selbstwirksamkeit dieser Zielgruppe, damit überhaupt ein freiwilliges Engagement begonnen wird. Deutlich wurde außerdem, dass freiwilliges Engagement einen wichtigen Beitrag zur Integration der geflüchteten Freiwilligen leisten kann, weil es zur Anerkennung als vollwertiges Gesellschaftsmitglied beiträgt. Denn wie einer der befragten Ehrenamtlichen sagte: „Wir sind Flüchtlinge hier. Jeder Schritt ist wichtig für uns und gilt als Anerkennung.“

Allerdings haben diese Erkenntnisse zu dem Schluss geführt, dass die angedachte quantitative Studie keinen Mehrwert für die Praxis haben wird, der über die hier gewonnenen Erkenntnisse hinausgeht, weswegen eine Durchführung nicht geplant ist. Es ist abzusehen, dass die Individualität der Anerkennungsbedürfnisse und -Erwartungen nicht ermöglicht, dass die Gestaltung von Anerkennungskultur dadurch besser auf die Zielgruppe abgestimmt werden kann. Entscheidend ist: die Anerkennungskultur im freiwilligen Engagement muss, egal für welche Zielgruppe, vielfältig genug sein, um alle Bedürfnisse und Erwartungen erfüllen zu können. Wichtig wäre stattdessen, über die Möglichkeiten der Akquise und die Stärkung der Selbstwirksamkeit von Geflüchteten zu forschen, um das freiwillige Engagement als Unterstützungskontext für ihre Integration in seiner Verbreitung zu fördern.

  • Bearbeitet von Mira Eichholz
  • Laufzeit 06/2019 bis 09/2019
  • Finanzierung durch die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern

Evaluation des Programms "Chancen für 1.000 Flüchtlingskinder in Nürnberg"

Das ISKA wurde von der Stadt Nürnberg beauftragt, sechs Integrationsprojekte zu evaluieren, die im Rahmen des Programms "Chancen für 1.000 Flüchtlingskinder in Nürnberg" von der Zukunftsstiftung der Sparkasse gefördert wurden. Dafür interviewte das ISKA insgesamt 56 Projektbeteiligte, unter anderem auch geflüchtete Mütter und Väter, die an einem der Projekte teilgenommen hatten.

Mit dem Programm konnten etwa 1.000 Familien mit Migrations- meist Fluchtingergrund erreicht werden. Die sechs Projekte leisteten einen wertvollen Beitrag zur Integration, indem sie vor allem wichtiges Wissen über das deutsche Bildungs- und Hilfesystem sowie über die deutsche Kultur vermittelten. Im Abschlussbericht wird detailliert auf die Ergebnisse eingegangen und auch die wichtigsten Erfolgsfaktoren der Integrationsprojekte dargestellt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im März 2019 präsentiert.

  • Bearbeitet von Julia Schimmer und Mira Eichholz
  • Laufzeit 8/2018 bis 02/2019
  • Finanzierung: Stadt Nürnberg / Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg

Mitten in Nürnberg? - Sozialkontakte von Flüchtlingen

In unserer ersten Flüchtlingsstudie "Nicht mit leeren Händen" hatten wir festgestellt, dass 55% der Befragten niemanden mit deutscher Herkunft kannten. In einem Folgeprojekt gingen wir diesem bemerkenswerten Ergebnis nach und stellten die Frage, ob die Geflüchteten inzwischen mitten in Nürnberg angekommen seien, z.B. hinsichtlich ihrer Kontakte mit Deutschen.

Im Rahmen der Studie führten wir Gruppendiskussionen mit Experten, 11 qualitative und 150 standardisierte Interviews mit Geflüchteten in Nürnberg. Wir stellten Fragen zur Alltagsgestaltung, zur Nutzung Sozialer Medien, zu verwandtschaftlichen und freundschaflichen Kontakten in Nürnberg. Wir fragten die Geflüchteteten, mit wem sie ihre Freizeit verbringen, ob sie Kontakt zu Deutschen haben, wie es zu diesem Kontakt kam und wie sie ihn bewerten.

Wichtigstes Ergebnis der Studie ist, dass wenige intensive Kontakte zu Deutschen bestehen. Drei von vier Flüchtlingen haben keine Freizeitkontakte mit Deutschen. Gleichzeitig wünschen sich fast alle Befragten mehr Kontakte. Wenn es zu Kontakten kommt, entstehen diese vor allem mit deutschen Ehrenamtlichen im Rahmen von Hilfsangeboten.

  • Bearbeitet von Benjamin Döß, Günter Krauß, Kristian Krauß, Julia Schimmer
  • Laufzeit 9/2017 bis 03/2019
  • Die Studie wurde vom ISKA initiiert.
  • Finanzierung durch Eigenmittel und mit einem Beitrag der Stadt Nürnberg

Seniorenzentren in Oberfranken

Seniorenbüros leisten wertvolle Arbeit in unseren Kommunen. Zum einen fördern sie das Bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen auf lokaler Ebene. Zum anderen kümmern sich diese Einrichtungen um die wesentlichen Themen der Lebensphase Alter, wodurch die ältere Generation im Hinblick auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben unterstützt wird. Dabei gibt es verschiedenste Konstellationen: vom rein selbstorganisierten Modell mit dem Augenmerk auf freiwilliges Engagement für und von älteren Menschen über kommunal geführte Stellen mit einem breiten Portfolio bis hin zur kleinen, aber feinen Unterstützungsstellen für haushaltsnahe Hilfen.

Seniorenbüros sehen sich gleichzeitig damit konfrontiert, unterschiedlichste Interessen und Ansprüche von NutzerInnen, Politik und Mitarbeitenden vereinbaren zu müssen und der immer heterogener werdenden Zielgruppe der Älteren gerecht zu werden. Häufig kommt eine prekäre Finanzierungslage hinzu sowie ein latenter Konkurrenzkampf mit anderen Freiwilligenorganisationen.

Wie Seniorenbüros mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Entwicklung sie seit ihrer Einführung Mitte der 1990er Jahre vollzogen haben, wird in dem Forschungsprojekt „Seniorenbüros zwischen Engagementförderung und Altenarbeit“ beleuchtet.

Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Seniorenbüros geleistet, die innerhalb der Engagementforschung, aber auch innerhalb des öffentlichen Bewusstseins bislang wenig in den Fokus gerückt wurden. Es werden drei fränkische Seniorenbüros mithilfe qualitativ ausgerichteter Interviews, Gruppendiskussionen und Dokumentenanalysen porträtiert.

  • bearbeitet von Mira Eichholz
  • Laufzeit vom November 2017 bis Oktober 2018
  • Finanzierung: Adalbert-Raps-Stiftung