Praxisforschung

Evaluation des Programms "Chancen für 1.000 Flüchtlingskinder in Nürnberg"

Das ISKA wurde von der Stadt Nürnberg beauftragt, sechs Integrationsprojekte zu evaluieren, die im Rahmen des Programms "Chancen für 1.000 Flüchtlingskinder in Nürnberg" von der Zukunftsstiftung der Sparkasse gefördert wurden. Dafür interviewte das ISKA insgesamt 56 Projektbeteiligte, unter anderem auch geflüchtete Mütter und Väter, die an einem der Projekte teilgenommen hatten.

Mit dem Programm konnten etwa 1.000 Familien mit Migrations- meist Fluchtingergrund erreicht werden. Die sechs Projekte leisteten einen wertvollen Beitrag zur Integration, indem sie vor allem wichtiges Wissen über das deutsche Bildungs- und Hilfesystem sowie über die deutsche Kultur vermittelten. Im Abschlussbericht wird detailliert auf die Ergebnisse eingegangen und auch die wichtigsten Erfolgsfaktoren der Integrationsprojekte dargestellt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im März 2019 präsentiert.

  •     Bearbeitet von Julia Schimmer und Mira Eichholz
  •     Laufzeit 8/2018 bis 02/2019
  •     Finanzierung: Stadt Nürnberg / Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg

Mitten in Nürnberg? - Sozialkontakte von Flüchtlingen

In unserer ersten Flüchtlingsstudie "Nicht mit leeren Händen" hatten wir festgestellt, dass 55% der Befragten niemanden mit deutscher Herkunft kannten. In einem Folgeprojekt gingen wir diesem bemerkenswerten Ergebnis nach und stellten die Frage, ob die Geflüchteten inzwischen mitten in Nürnberg angekommen seien, z.B. hinsichtlich ihrer Kontakte mit Deutschen.

Im Rahmen der Studie führten wir Gruppendiskussionen mit Experten, 11 qualitative und 150 standardisierte Interviews mit Geflüchteten in Nürnberg. Wir stellten Fragen zur Alltagsgestaltung, zur Nutzung Sozialer Medien, zu verwandtschaftlichen und freundschaflichen Kontakten in Nürnberg. Wir fragten die Geflüchteteten, mit wem sie ihre Freizeit verbringen, ob sie Kontakt zu Deutschen haben, wie es zu diesem Kontakt kam und wie sie ihn bewerten. 

Wichtigstes Ergebnis der Studie ist, dass wenige intensive Kontakte zu Deutschen bestehen. Drei von vier Flüchtlingen haben keine Freizeitkontakte mit Deutschen. Gleichzeitig wünschen sich fast alle Befragten mehr Kontakte. Wenn es zu Kontakten kommt, entstehen diese vor allem mit deutschen Ehrenamtlichen im Rahmen von Hilfsangeboten.

  • Bearbeitet von Benjamin Döß, Günter Krauß, Kristian Krauß, Julia Schimmer
  • Laufzeit 9/2017 bis 03/2019
  • Die Studie wurde vom ISKA initiiert.
  • Finanzierung durch Eigenmittel und mit einem Beitrag der Stadt Nürnberg

Nicht mit leeren Händen: Kompetenzen von Flüchtlingen

Mit einer Studie zu Kompetenzen von Flüchtlingen in Flüchtlingsunterkünften der Stadt Nürnberg konnten wir zeigen, dass Flüchtlinge eben nicht nur Hilfeempfänger sind, sondern viele interessante Fähigkeiten, Kompetenzen und Motivationen mitbringen.

42% der befragten Nürnberger Flüchtlinge haben mindestens 12 Jahre die Schule besucht. Jede/r Vierte hat studiert. 82% haben Berufserfahrung. Die Vielfalt der Kenntnisse ist groß.

95% der befragten Zuwanderer sagen, dass sie arbeiten möchten, auch 91% der Frauen. 71% geben an, dass sie bereit wären, in naher Zukunft ehrenamtlich aktiv zu werden, auch ohne Geld zu erhalten.Tatsächlich gehen 60% der Flüchtlinge keiner regelmäßigen Beschäftigung nach. Berufstätigkeit ist mit 4% nur ein Randphänomen. Darüber hinaus kennen 55% niemanden außerhalb ihrer Gemeinschaftsunterkunft, der oder die in Deutschland geboren ist.

  • Bearbeitet von Günter Krauß, Julia Schimmer unter Mirwirkung von Marina Burkowski, Hassan Khalaf und anderen.
  • Laufzeit 4/2016 bis 7/2017
  • Die Studie wurde vom ISKA initiiert.
  • Finanzierung durch Eigenmittel und mit Beiträgen der Stadt Nürnberg und der wbg-Stiftung.

Befragungen in der Diözese Augsburg

Im Rahmen des Innovations-Management-Projektes zur Neuorganisation der Kindertageseinrichtungen der Diözese Augsburg werden die Eltern mit Kindern in einer Kita des Zentrums Kindertageseinrichtungen befragt. Die Erhebung erfolgt online. Die Kitas erhalten spezifische Auswertungen und Vergleiche mit Durchschnittswerten. In Zusammenarbeit mit der Fachberatung der Caritas werden von den Ergebnissen Qualitätssicherungsmaßnahmen abgeleitet. Die Befragung wird im Jahr 2018 das sechste Mal vom ISKA durchgeführt und ausgewertet. Es nahmen 89 Kitas teil.

Im Januar 2018 wurden die Kita-Leitungen des Zentrums von uns befragt. Im gleichen Jahr haben wir im Auftrag des KiTA-Zentrums weiteren ca. 400 Kitas der Diözese Augsburg die Durchführung einer Online-Elternbefragung angeboten. Dieses Angebot wurde von 78 Kitas angenommen.

Weitere Befragungen sind in Vorbereitung.

Seniorenzentren in Oberfranken

Seniorenbüros leisten wertvolle Arbeit in unseren Kommunen. Zum einen fördern sie das Bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen auf lokaler Ebene. Zum anderen kümmern sich diese Einrichtungen um die wesentlichen Themen der Lebensphase Alter, wodurch die ältere Generation im Hinblick auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben unterstützt wird. Dabei gibt es verschiedenste Konstellationen: vom rein selbstorganisierten Modell mit dem Augenmerk auf freiwilliges Engagement für und von älteren Menschen über kommunal geführte Stellen mit einem breiten Portfolio bis hin zur kleinen, aber feinen Unterstützungsstellen für haushaltsnahe Hilfen.

Seniorenbüros sehen sich gleichzeitig damit konfrontiert, unterschiedlichste Interessen und Ansprüche von NutzerInnen, Politik und Mitarbeitenden vereinbaren zu müssen und der immer heterogener werdenden Zielgruppe der Älteren gerecht zu werden. Häufig kommt eine prekäre Finanzierungslage hinzu sowie ein latenter Konkurrenzkampf mit anderen Freiwilligenorganisationen.

Wie Seniorenbüros mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Entwicklung sie seit ihrer Einführung Mitte der 1990er Jahre vollzogen haben, wird in dem Forschungsprojekt „Seniorenbüros zwischen Engagementförderung und Altenarbeit“ beleuchtet.

Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Seniorenbüros geleistet, die innerhalb der Engagementforschung, aber auch innerhalb des öffentlichen Bewusstseins bislang wenig in den Fokus gerückt wurden. Es werden drei fränkische Seniorenbüros mithilfe qualitativ ausgerichteter Interviews, Gruppendiskussionen und Dokumentenanalysen porträtiert.

  • bearbeitet von Mira Eichholz
  • Laufzeit vom November 2017 bis Oktober 2018
  • Finanzierung: Adalbert-Raps-Stiftung