Integration- die dritte

von Gudrun Steinack, Sprecherin Ak Integrative Kitas am 30. Juni 2004 um 12:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Dunkl,
Ihre Ausführungen bedürfen der Erwiderung.
1. Ich habe die Kommunen nicht pauschal gescholten, sondern konkret auf den Fall Scheuring verwiesen. Ich gebe Ihnen insofern Recht, daß Sie eventuell befürchten, ich könne befürchten, dass dieses Beispiel Schule machen könnte.
Ja, das befürchte ich.
2. Was könnte das mit der „ kindbezogenen“ Förderung zu tun haben?
a. Die Kommune Scheuring ist Kommune der Modellregion Landsberg/Lech
b. Die Buchungszeiten der Eltern sind in dieser Gruppe mit 4 Stunden an der unteren Grenze. (Quelle: homepage der Kita)
c. Die Pflegeentgelte liegen im Bereich der Pflegeentgelte für Einzelintegration-für den Bezirk Obb. ungewöhnlich niedrig. Hier erhebt sich die Frage: womit hängt das zusammen? Mit den Buchungszeiten? Oder unzulänglicher Berechnung?
d. Somit ist einschließlich des Gewichtungsfaktors 4,5 die finanzielle Förderung für diese Integrationsgruppe nicht ausreichend.
e. Möglicherweise hätte bei einer Gruppenförderung, einer längeren Gruppenöffnung ( z.B. der bisher obligatorischen 6- Stunden- Öffnung für I- Kindergartengruppen außerhalb der Modellregionen ) der Gemeinderat gelassener reagieren können, sich bei 75 Anmeldungen auf 3 Gruppen a 20 Kinder und die I- Gruppe weiterhin einstellen und abwarten können, ob sich in der Zeit zwischen Juli und November nicht doch noch Kinder anmelden durch Zuzug, Rückstellung von der Schule usw.
3. Die Frage, welche Qualitätsmerkmale an die Gewährung des Faktors 4,5 gebunden sind, ist für mich noch
nicht beantwortet.
4. Zusätzliches 313 – Millionen- Euro- Programm.: nach meiner Kenntnis handelt es sich dabei um ein quantitatives Förderkonzept, nämlich die Schaffung neuer dringend benötigter Betreuungsplätze bis zum Jahr 2006: 1/6 Krippenplätze, knapp 2/6 Hortplätze für Grundschulkinder und gut 3/6 Ganztagsbetreuungsangebote an Schulen für Kinder von 10-16 Jahren. ( Quelle: Kita aktuell 1/03) Mit der Förderung bereits bestehender Einrichtungen hat dieses Programm- so wie ich es verstehe- erst einmal nichts zu tun.
5. Der Ausbau und die Förderung der Integrativen Kitas in den 90er Jahren ist in höchstem Maße erfreulich.
Erstmals war es möglich Qualitätsstandards aufzustellen und auch umzusetzen, Leitbilder und Konzeptionen zu entwickeln usw. Meiner Einschätzung nach hatte das mit der Umressortierung der Kitas zum STMAS zu tun und damit, daß für die damalige Ministerin Frau Barbara Stamm Kitas Chefsache und Integrative Einrichtungen eine Herzensangelegenheit waren. Sicherlich hatte das auch mit ihrer beruflichen Biographie zu tun.
Nun gilt es, diese Qualität zu bewahren und weiter zu verbessern.
6. Wir armselig wäre die Welt ohne Vordenker. Allerdings waren sie stets ein Ärgernis für Verwaltung und
Finanzen Das fing schon mit einem gewissen Jesus von Nazareth an („.. lasset die Kindlein....) über Novalis,
Pestalozzi , Janusz Korzcak oder einen zeitgemäßen wie den Hamburger Integrationspädagogen Hans
Wocken (... Integration ist kein Gnadenakt..)
Engagierte Pädagogen/Innen wären keine, wenn sie nicht vor allem an diesen pädagogischen Vordenkern
orientierten und als Anwälte/Innen aller Kinder für deren Interessen und Bedürfnisse eintreten würden..



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