Alle reden von Qualitätsverbesserung

von Jochen Köhler - Elternbeirat am 27. Oktober 2004 um 21:19 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Begründung für das neue Gesetz wird oft von der Steigerung der Qualität der Betreuung gesprochen. Dies möchte ich grundsätzlich bezweifeln.

Punkt 1:
Letztlich wird es so sein, dass die Einrichtungen ihr Personal nach den gebuchten Betreuungsstunden bemessen müssen. Dies bedeutet eine jährlich variable Veränderung des notwendigen Personals was wiederum zur Folge hat, dass es quasi keine Vollzeitstellen mehr geben wird bzw. das Personal in ständiger Angst um seinen Arbeitsplatz leben muß. In der freien Wirtschaft ist das der Motivationskiller Nummer eins. Und ohne Motivation sinkt auch die Qualität.

Punkt2:
Wer entscheidet in Zukunft, wie lange ein Kind in den Kindergarten gehen darf. Das Kind bestimmt nicht mehr. Eltern werden sich die Betreuung ihrer Kinder nicht mehr leisten können. Spannungen entstehen. Zwischen Eltern und Kindern. Zwischen Eltern und Erzieherinnen. Und wo Spannungen entstehen geht Kraft verloren und wo keine Kraft ist wird keine qualitativ hochwertige Leistung abgeliefert

Punkt 3:
Durch das neue "flexible" System werden die Zeiten in denen eine Gruppe von Kindern miteinander "sein" kann und gemeinsam Themen oder Angebote wahrnehmen kann sehr stark reduziert. Wofür bleibt die gemeinsame Zeit: Ausziehen, Anziehen, Vespern, Singen, Morgenkreis, Spielen, Basteln, Bauen, Aufräumen. Das ist alles möglich. Aber wo bleibt die Zeit für die Umsetzung des Bildungserziehungsplans???? In meinen Augen läßt sich dieser zwar gut lesen aber nicht umsetzen. Die Qualität wird dadurch bestimmt nicht gesteigert.

Das sind 3 Gründe, die gegen eine Verbesserung der Qualität sprechen. Ich bitte alle, das in ihrer Macht stehende zu tun um diese Gesetz in die richtige Bahn zurückzubringen. Nähmlich zum Wohle der Kinder und Erzieherinnen und nicht ein Gesetz um des Gesetzes willen durchzusetzen.

Ich würde mich freuen jede Menge Rückmeldungen zu diesem Beitrag zu erhalten.

Ein besorgter Vater
Jochen Köhler



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