Und es geht dochm ums Geld

von Gudrun Steinack, Sprecherin des AK Integrative Kindertagesstätten der LAG Gemeinsam Leben- Gemeinsam Lernen, Heilpädagogin am 28. Oktober 2004 um 18:15 Uhr
als Antwort zu: Und es geht doch ums Geld von Jochen Köhler - Elternbeirat am 27. Oktober 2004 um 21:36 Uhr

Sehr geehrter Herr Köhler,

Sie haben recht. Es geht in erster Linie um Einsparungen.
Ich selbst war bei der Anhörung zum Gesetzesentwurf am 14.10. als Expertin für Integrative Kindertagesstätten in den Landtag eingeladen und erlebte einerseits eine breite Befürwortung des von Prof. Fthenakis verfassten Bildungs- und Erziehungsplans aber auch den geballten Ärger der Vertreter aller Wohlfahrstverbände und Berufsorganisationen zur geplanten Finanzierungsregelung.
Die Umsetzung des BEP ist- nach Ansicht der Praktikerinnen aus den Kitas und der Experten - bei der von der Staatsregierung geplanten Finanzierungsregelung, die das Kernstück des neuen Kindertagesstättengesetzes ist, nicht möglich.

Prof. Fthenakis warnte das Parlament eindrücklich davor, im Interesse eines „Sparmodells im Kitabereich „ die historische Chance zur Reform zu verschenken. Er verwies auf die skandinavischen Länder, die trotz knapper Mittel, nach wie vor in allen Bildungsinstitutionen philosophische und nicht wie bei uns in erster Linie fiskalische Argumente ins Feld führen.
Einig waren sich die Experten von AWO, Caritas, Ev. Landesverband, Lebenshilfe, DPWV, Rotes Kreuz, Berufs- und Elternverbänden, daß
 die geplanten „Kernzeiten“ für eine effektive Kindergartenarbeit zu kurz seien.
 für Kinder, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, keinerlei finanzielle Regelung geplant ist
 der Gewichtungsfaktor für Kinder mit Behinderung zu gering ist
 die geplante Gastkinderregelung die Vielfalt der Kindergärten ( z.B. Wald-Montessori-Waldorfkindergärten und Elterninitiativen ) und die Wahlfreiheit der Eltern einschränkt
 gültige Rahmenbedingungen wie Gruppengrößen, personelle Ausstattung, Verfügungszeiten nicht verbindlich abgesichert sind und dadurch eine Qualitätssicherung nicht möglich ist.
 Träger durch den geplanten Wegfall von Defizitverträgen in katastrophale finanzielle Engpässe geraten werden
 Kinderversorgung mit dem neuen Gesetz durch die geplante deutliche Stärkung der Kommunen wieder in die Beliebigkeit der Kommunen gestellt wird.

Die Vertreter des Sozialministeriums zeigten sich ob dieser Kritik außerordentlich überrascht- obwohl sie ihnen seit Jahren bekannt sein dürfte. Ich selbst hab keine Hoffnung mehr, daß der Gesetzentwurf noch zugunsten der Kindergärten geändert werden wird. Schließlich wird er mit der CSU- Mehrheit bequem verabschiedet werden können-
Hauptsache: die öffentliche Kindererziehung bleibt kostenneutral.
Kinder sind unser höchstes Gut- Kinder sind unsere Zukunft- ich frage mich-was ist uns unser höchstes Gut, unsere Zukunft wert.?



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