Übersicht: Kindbezogene Förderung von Kindertagesstätten

Von 1999 bis 2003 wurde in einem beispiellosen öffentlichen und ergebnisoffenen Prozess ein neues Fördermodell für Kindertageseinrichtungen in Bayern entwickelt und erprobt. Die "kindbezogene Förderung" kombiniert neue Finanzierungsregeln mit einem Konzept der mittelbaren Qualitätssteuerung. Kindertageseinrichtungen werden angehalten, Qualität und Wirtschaftlichkeit in einem Balanceprozess zu optimieren.

 

Mittelbare Qualitätssteuerung belässt Einrichtungen und ihren Trägern einen großen Gestaltungsspielraum, schreibt aber neben der Beachtung von Mindestanstellungsschlüsseln Verfahren der Qualitätssicherung als Mindeststandard vor. Auf diese Weise schlägt sie eine Brücke zum Bildungs- und Erziehungsplan. Im Modellprojekt wurden erfolgreich erprobt:

Im Laufe des Modellversuchs wurden zahlreiche Verbesserungen beobachtet. So stellt etwa die Hälfte der betroffenen Leiterinnen eine Verbesserung des Qualitätsmanagements ihrer Einrichtung fest, etwa ein Drittel berichtet von einer Verbesserung der Konzeptionsentwicklung.

Die Finanzierungsregeln folgen dem einfachen Prinzip "Wo mehr Kinder längere Zeit betreut werden, fließt mehr Förderung". Kindertageseinrichtungen erhalten keine gruppenbezogene Personalkostenerstattung mehr, sondern kindbezogene Leistungspauschalen, in der Höhe variierend nach Betreuungszeit und pädagogischen Gewichtungsfaktoren.

Da das gleiche Finanzvolumen nach den neuen Finanzierungsregeln zu verteilen ist, ergeben sich finanzielle Umschichtungen. Diese folgen einer Logik der Fördergerechtigkeit: Einrichtungen mit überdurchschnittlicher Auslastung erhalten mehr finanzielle Ressourcen, um ihre Anstellungsschlüssel zu verbessern - zu Lasten von Einrichtungen mit unterdurchschnittlicher Auslastung. Missstände der herkömmlichen Personalkostenerstattung werden auf diese Weise beseitigt.

Die Grundideen zur kindbezogenen Förderung entstanden 1999 im Kontext ausführlicher Expertenrunden. In den Jahren 2002 und 2003 wurde sie im Landkreis Landsberg am Lech, in der Stadt Bayreuth sowie teilweise im Landkreis Bayreuth versuchsweise eingeführt.

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben