Kindbezogene Förderung: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Mit dem Modellprojekt zur kindbezogenen Förderung wurde in Bayern - weit über die Modellstandorte hinaus eine beispiellose Diskussion um die Qualität und das Selbstverständnis von Kindertageseinrichtungen initiiert. An den Modellstandorten wurden viele kleine und große Innovationen angeregt. Das Interesse der Öffentlichkeit und der örtlichen politischen Entscheidungsträger an den lokalen Kitas wuchs. Akzeptanzprobleme ergaben sich in erster Linie wegen der finanziellen Beschränkungen durch die Auflage der Kostenneutralität. Der Grundansatz der kindbezogenen Förderung - ermöglichen und anregen statt vorschreiben - fördert Kreativität und Engagement.

 

Innovationsschub

Die Erprobung der kindbezogenen Förderung hat eine beispiellose Diskussion um Qualität und Selbstverständnis von Kindertageseinrichtungen in Gang gesetzt. An den Modellstandorten mündete diese anfangs hitzig und ablehnend geführte Auseinandersetzung schließlich in eine von viel Kreativität und innovativem Geist getragene Arbeit an kleinen und großen Verbesserungen. Diese zeigen sich vor allem an der Schnittstelle zwischen Kita-Leitung und Träger, der einrichtungsinternen Organisation sowie an der Einbeziehung der Eltern. Eine ganze Reihe von Einrichtungen wurde darüber hinaus angeregt, ihr pädagogisches Konzept zu überarbeiten, bzw. es überhaupt erstmals zu formulieren, und die Hälfte der Einrichtungen verbesserte nach Meinung der Leiterinnen ihr Qualitätsmanagement.

Mehr Wertschätzung für Kitas

Der Modellversuch rückte die Arbeit der Kindertageseinrichtungen in den Fokus der Öffentlichkeit. Deutlich zu beobachten war in diesem Zusammenhang ein zunehmendes Interesse seitens der örtlichen politischen Entscheidungsträger an der Arbeit der Kitas sowie eine größere Wertschätzung für diesen Bereich.

Engagement aller Beteiligten

Es ist nicht der Verdienst der kindbezogenen Förderung, dass sich die Qualität der Modelleinrichtungen verbesserte. Dieser gebührt dem pädagogischen Personal und den Trägern. Die kindbezogene Förderung war bracher Boden für diese Entwicklung. Sie hätte nichts bewirkt, wenn engagierte Kita-Leiterinnen, Teams, Träger und Elternbeiräte die neuen Freiräume nicht ergriffen und daraus das beste für sich und ihre Kita-Kinder gemacht hätten.

Kostenneutralität schafft Akzeptanzprobleme

Dass ein neues Fördermodell, das die gleichen Finanzmittel nach neuen Regeln verteilt und damit zwangsläufig Gewinner und Verlierer produziert, nicht nur Freunde findet, versteht sich von selbst. An den Modellstandorten wuchs jedoch die Einsicht, dass die neue Förderung gerechter und sachgemäßer ist als die bisherige, selbst bei vielen, die finanzielle Nachteile erlitten.

Ermöglichen statt vorschreiben

Erst mit der Zeit lernten die pädagogischen Mitarbeiter/innen und Träger an den Modellstandorten die kindbezogene Förderung schätzen: Der Wert eines Fördermodells zeigt sich in dem, was es ermöglicht und nicht in dem, was es vorschreibt.

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben