4. DVBayKiG: Erziehungs- und Bildungsziele

Der hier im Original wiedergegebene zweite Abschnitt der "Verordnung über die Rahmenpläne für anerkannte Kindergärten" (4. DVBayKiG; vom 25. September 1973, geändert am 6. August 1979) formuliert "Mindestanforderungen für die Erziehungs- und Bildungsziele". Diese waren die Grundlage der Entwicklung der kindbezogenen Förderung - z. B. bei der Entwicklung des Darstellungsrasters für Kitas. Letzteres stellt den ersten Versuch dar, die Realisierung von Bildungszielen im Alltag der einzelnen Kitas über konzeptionelle Absichtserklärungen hinaus transparent zu machen.

 

§ 3 Allgemeine Grundsätze

(1) Aufgabe der gesamten Erziehungs- und Bildungsarbeit im anerkannten Kindergarten ist die Förderung der Kinder gemäß Art. 7 des Bayerischen Kindergartengesetzes. Leitziel der pädagogischen Bemühungen ist der beziehungsfähige, wertorientierte, schöpferische Mensch, der sein Leben verantwortlich gestalten und den Anforderungen in Familie, Staat und Gesellschaft gerecht werden kann.

(2) Im Rahmen der in Absatz 1 festgelegten allgemeinen Mindestanforderung für die Erziehungs- und Bildungsziele hat der anerkannte Kindergarten ganzheitliche elementare Bildung anzubieten, wobei zu beachten ist, daß die den Zielen zugeordneten Bildungsbereiche nicht voneinander unabhängig sind, sondern einander durchdringen. Im Rahmen dieser ganzheitlichen elementaren Bildung sind die in den § § 4 bis 9 genannten Teilziele anzustreben, die der jeweiligen Alters- und Entwicklungsstufe des Kindes anzupassen sind. Mit ihrer Verwirklichung soll dem Kind auch der Übergang in die Grundschule erleichtert werden.

(3) Durch zusätzliche entsprechende Förderung ist zu versuchen, Entwicklungsmängel, Behinderungen und ungleiche Bildungsvoraussetzungen auszugleichen.

§ 4 Religiöse Erziehung

(1) Im anerkannten Kindergarten sind die in Art. 131 Abs. 2 der Verfassung des Freistaates Bayern festgelegten Bildungsziele (Ehrfurcht vor Gott und Achtung vor religiöser Überzeugung) zu beachten.

(2) Die religiöse Erziehung im anerkannten Kindergarten steht in der Verantwortung des Trägers. Er achtet die religiöse Überzeugung, die dem Kind im Elternhaus vermittelt wird.

§ 5 Sozialerziehung

(1) Ziel der Sozialerziehung ist es, das Kind eine gegenüber der Familie erweiterte Gruppenzugehörigkeit und Gemeinschaft erfahren zu lassen, indem es lernt, Sozialverhalten innerhalb einer Gruppe zu verwirklichen, selbst Beziehungen aufzunehmen sowie Sozialverhalten auch in Begegnung mit anderen Gruppen und der Gesamtgesellschaft zu entwickeln.

(2) Im Rahmen des Absatzes 1 soll das Kind lernen, in altersgemäßer Selbständigkeit und Verantwortlichkeit

sowohl

als auch

§ 6 Elementare Kommunikations- und Kreativitätserziehung

(1) Ziel der elementaren Kommunikations- und Kreativitätserziehung ist es, durch spielendes Gestalten und gestaltendes Spiel die Bewegungsfreude, die Gestaltungsfähigkeit, die Aktivität, die Ausdrucksmöglichkeit des Kindes zu fördern und seine schöpferischen Fähigkeiten zu entfalten. Hierbei ist die rhythmisch-musikalische Bewegungserziehung, die Erziehung zum bildnerischen Gestalten, die Spracherziehung und die Erziehung im Rollenspiel besonders bedeutsam.

(2) Ziel der rhythmisch-musikalischen Bewegungserziehung ist es,

(3) Ziel der Erziehung im bildnerischen Gestalten ist es, im spielenden Umgang mit Materialien und Objekten die sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit des Kindes zu verfeinern, es Beschaffenheit und Gesetzmäßigkeiten dieser Materialien und Objekte erleben zu lassen, ihm den Zugang zu planendem Gestalten zu eröffnen und durch Vertrauen in das eigene Tun seine Lernfreude zu fördern.

(4) Ziel der Spracherziehung ist es, in den vielfältigen Formen der gesamten Kindergartenarbeit die Sprachentwicklung des Kindes und seine Fähigkeit zur Sprachgestaltung zu fördern. Das Kind soll dadurch befähigt werden, in Mundart und in hochdeutscher Sprache

(5) Beim Rollenspiel ist es das Ziel der Erziehung, dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich mitzuteilen, Erfahrungen und Eindrücke zu verarbeiten, Konflikte zu lösen und sich neue Lebensbereiche zu erschließen, indem der Erzieher auf das Kommunikationsbedürfnis, die Neugier, den Bewegungsdrang und das Gestaltungsbedürfnis der Kinder eingeht.

§ 7 Erziehung zu Umwelt- und Naturverständnis

Ziel der Erziehung zu Umwelt- und Naturverständnis ist es, das Interesse des Kindes an der Umwelt und der Natur zu wecken und zu fördern. Das Kind soll hierbei

§ 8 Gesundheitserziehung

Ziel der Gesundheitserziehung ist es,

§ 9 Spiel als Prinzip der Kindergartenpädagogik

Das Spiel ist die dem Kind entsprechende Tätigkeit. Es steht im Mittelpunkt des Erziehungs- und Bildungsgeschehens im Kindergarten. Ziel der Spielpädagogik ist es, im Spiel

§ 10 Zusammenarbeit mit Elternhaus und Grundschule

Im Sinne der Art. 7 Abs. 1 Satz 3 und 11 Abs. 1 des Bayerischen Kindergartengesetzes sind durch Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Eltern und Grundschule die Bemühungen zur Erziehung und Bildung der Kinder möglichst gegenseitig zu ergänzen und unter besonderer Beachtung des § 9 aufeinander abzustimmen.

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben