Befragung der Leiter/innen und Träger 2003: Wahrnehmung von Veränderungen ausgewählter Qualitätsaspekte

Bei einer Befragung Ende 2003 verglichen die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Kita-Träger ihre Einrichtung mit dem Stand vor 2001, d. h. vor Einführung der kindbezogenen Förderung. Wie die Eltern registrierten sie wenig Verschlechterung und viel Verbesserung, letztere vor allem in puncto Konzeptionsentwicklung (32,8 % der Leiterinnen) und Qualitätsmanagement (47,8 %). Darüber hinaus verbesserte sich die Kooperation zwischen Leitung und Träger. Problemanzeigen fanden sich im Hinblick auf die Entwicklung der Arbeitsbedingungen und Verfügungszeiten.

 

Verbesserung der Einrichtung allgemein

Frage an Leiter/innen und Träger 2003: Wie hat sich für Sie Ihre Einrichtung seit Mitte 2001 verändert? - Einrichtung insgesamt

Verbesserung der pädagogischen Arbeit

Frage an Leiter/innen und Träger 2003: Wie hat sich für Sie Ihre Einrichtung seit Mitte 2001 verändert? - Pädagogische Arbeit

Verbesserung der Kooperation Leitung - Träger

Im Verlauf des Modellprojektes hörten wir seitens vieler Leiterinnen Klagen über Mängel in der Zusammenarbeit mit ihren Trägern. Über ein Drittel der Leiterinnen stellt Verbesserungen im Modellverlauf fest.

Frage an Leiter/innen 2003: Wie hat sich für Sie die Zusammenarbeit mit Ihrem Träger seit Mitte 2001 verändert? - (Verschiedene Dimensionen)

Verbesserung von Konzeptionsentwicklung, Qualitätsmanagement und anderen Bereichen der Organisation

Eindrucksvoll sind die von den Leiterinnen festgestellten Verbesserungen in puncto Konzeptionsentwicklung und Qualitätsmanagement. Ein knappes Drittel bzw. fast die Hälfte sieht hier Verbesserungen.

Frage an Leiter/innen 2003: Wie hat sich die Organisation Ihrer Einrichtung Ihrer Meinung nach seit Mitte 2001 verändert? - (Verschiedene Dimensionen)

Arbeitsbedingungen: Verfügungszeiten schlechter, Mitarbeiterbeteiligung besser

Weniger erfreulich beurteilen die Leiterinnen die Entwicklung ihrer Arbeitsbedingungen. Einer positiven Tendenz zu mehr Mitarbeiterinnen-Beteiligung (23,5 %) steht hier die Feststellung schlechterer Arbeitsbedingungen (27,9 %) und einer Verschlechterung in puncto Verfügungszeit (29,4 %) gegenüber. Beim übrigen pädagogischen Personal ist die Tendenz ähnlich, wenn auch etwas weniger ausgeprägt (schlechtere Arbeitsbedingungen: 20,6 %, Verschlechterung bezüglich Verfügungszeit: 26,0 %).

Frage an Leiter/innen 2003: Wie haben sich die Arbeitsbedingungen in Ihrer Einrichtung seit Mitte 2001 für Sie verändert? - (Verschiedene Dimensionen)

Die Wahrnehmung verschlechterter Arbeitsbedingungen steht in einem gewissen Kontrast zur wahrgenommenen Verbesserung der eigenen Leistung, z. B. im Hinblick auf die pädagogische Arbeit, aber auch zu einer objektiven Verbesserung des durchschnittlichen Anstellungsschlüssels im Modellverlauf.

Verfügungszeiten sollten differenzierter diskutiert werden

Die Verschlechterung in puncto Verfügungszeit erklärt sich wohl teilweise durch die angestrebten Umschichtungen: Um in hoch ausgelasteten Einrichtungen die pädagogische Arbeit zu verbessern, werden finanzielle Mittel und damit Personalressourcen aus unterdurchschnittlich ausgelasteten Einrichtungen abgezogen und schlagen dort als Verschlechterungen zu Buche.

Trotzdem sollte das Befragungsergebnis Anlass sein, verstärkt darüber nachzudenken, wie die Zeit, die pädagogische Mitarbeiterinnen, insbesondere die Leiterinnen, über ihre direkte pädagogische Arbeit hinaus benötigen, sachgemäß gesichert werden kann. Dabei sollte die pauschale Betrachtung der Verfügungszeit einer differenzierten Sichtweise des Zeit-Managements weichen. Die Diskussion um "die Verfügungszeit" krankt daran, dass hier äußerst unterschiedliche Tätigkeiten, die jeweils für sich zu betrachten wären, zusammengefasst werden. Kaum berücksichtigt wird dabei, dass sich die Anforderungen im Hinblick auf Management, Verwaltung und Vorbereitung an die Leiterinnen von Einrichtung zu Einrichtung stark unterscheiden. Die Höhe der Verfügungszeit korreliert dabei wenig mit der Höhe der Anforderungen. In diesem Zusammenhang wären Erfahrungswerte als Anhaltspunkte für die betriebsinterne Kommunikation zwischen Team, Leitung und Träger hilfreich.

Eine pauschale Festlegung der Verfügungszeit würde der Unterschiedlichkeit der Aufgaben in den verschiedenen Einrichtungstypen und Varianten der Arbeitsteilung jedenfalls nicht gerecht. Aber mehr Unterstützung bei der Absicherung ihres Zeitmanagements benötigen die pädagogischen Fachkräfte offensichtlich.

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben