Die Veröffentlichung von Einrichtungskonzeption und Selbstdarstellung als Methode der mittelbaren Qualitätssteuerung

Im Rahmen der Erprobung der kindbezogenen Förderung wurden Mindeststandards der Qualitätssicherung eingeführt. Zu diesen gehörte die ausführliche Selbstdarstellung aller Modelleinrichtungen nach einem standardisierten Raster im Internet. Darzustellen sind die Einrichtungskonzeption sowie Informationen über deren Realisierung im Alltag. Inzwischen wurde das Internet-Informationssystem www.kita-bayern.de auch an anderen Orten aufgegriffen.

 

Einrichtungskonzeption als Arbeitsgrundlage

In der Kindergarten-Fachdiskussion wird die schriftliche Konzeption immer wieder als wichtige Arbeitsgrundlage angemahnt. Trotzdem gibt es immer noch Kindertageseinrichtungen, die keine oder nur veraltete, im Alltag wenig relevante Texte vorweisen können. Der bayerische Bildungs- und Erziehungsplan fordert:

"Jede Tageseinrichtung hat die Aufgabe, den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan auf Einrichtungsebenezu konkretisieren und dabei an die lokalen Bedingungen anzupassen. In diesen Entwicklungsprozess sind der Träger, das Fachpersonal und die Eltern gleichsam einbezogen und wirken dabei als gleichberechtige Bildungs- und Erziehungspartner zusammen ... An dessen Ende steht die Einrichtungskonzeption, die sodann für alle transparent gemacht und verbindlich umgesetzt wird." (BEP S. 19f., im Original Hervorhebungen)

Verpflichtung zur Veröffentlichung

Mit der Verpflichtung, ihre Konzeption zu veröffentlichen, werden auch solche Einrichtungen auf diesen Mindeststandard verpflichtet, die sich diesbezüglich bisher zurückhalten. Es kann auch davon ausgegangen werden, dass die systematische Veröffentlichung dazu anregt, die Texte aktueller zu halten als wenn sie lediglich im Verborgenen existieren.

Nicht nur Absichtserklärungen darstellen

Konzeptionelle Darstellungen sind in erster Linie Absichtserklärungen. Über den Realisierungsgrad sagen sie in der Regel weniger aus. Die Veröffentlichung, die wir als Mindeststandard an den Modellstandorten eingeführt hatten, umfasst deshalb auch Elemente der Selbstdarstellung des Arbeitsalltags. So haben alle Einrichtungen anzugeben, welche Aktivitäten sie im Hinblick auf die in der 4. DVBayKiG formulierten Bildungsziele in der letzten Zeit unternommen haben.

Quellen

"BEP": Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen & Staatsinstitut für Frühpädagogik, München (2003): Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Entwurf für die Erprobung. Weinheim u.a. (Beltz).

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben