Veröffentlichung von Konzeption und Selbstdarstellung im Internet: Erfahrungen

Trotz anfänglich großer Skepsis erwies sich die Implementation in den Kitas als unkompliziert. Die laufende Pflege mit dem Online-Redaktionssystem stößt kaum auf Probleme, obwohl ein großer Teil der Nutzer/innen keine Internet-Vorerfahrungen hat. Besonders bewährt hat sich die flächendeckende Implementation in Städten und Landkreisen.

 

Implementation in den Kitas

Die Idee, alle Modelleinrichtungen ins Internet zu bringen, stieß Mitte des Jahres 2000 an den Modellstandorten noch auf großes Befremden. Praktisch keine Einrichtung hatte einen Internet-Zugang. Dies änderte sich im Laufe von drei Jahren radikal. Fast alle Kitas arbeiten inzwischen EDV-gestützt, die meisten mit Internet-Zugang.

Diese Entwicklung wurde von uns nicht forciert. Da die technische Ausstattung nicht vorausgesetzt werden konnte, achteten wir bei allen Schritten immer auf Zugangswege, die keinen eigenen PC erfordern. So konnte uns die erste Selbstdarstellung für das Internet in beliebiger Form zugestellt werden. Vereinzelt verarbeiteten wir im Jahr 2000 sogar handschriftliche Texte.

Innerhalb etwa eines Vierteljahres waren alle 103 Modell-Kitas mit einer Selbstdarstellung im Internet vertreten. Bayreuth wurde die erste deutsche Stadt, Landsberg der erste Landkreis mit einer flächendeckenden Detaildarstellung der örtlichen Kitas.

Bei den Übertragungen in Standorte außerhalb der Modellregion arbeiteten wir zunächst mit Disketten und einem Satz darauf befindlicher Word-Dateien als Implementationsbrücke. Die Disketten wurden von den Einrichtungen im Landkreis Miesbach, in der Stadt Nürnberg und im Nürnberger Land bearbeitet und vom ISKA für das Internet konvertiert. Der Zwischenschritt war damals hilfreich, da die Scheu vor dem Internet größer war als vor der Arbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm.

In Erlangen erprobten wir erstmals den Zugang ausschließlich über das Internet. Alle Kitas bekamen die Zugangsdaten zum Online-Redaktionssystem ihrer Internet-Seite und entwarfen ihre Selbstdarstellungstexte sofort im Internet. Auch diese Implementationsmethode erwies sich als erfolgreich. Alle Erlanger Kitas sind inzwischen in www.kita-bayern.de vertreten.

Laufende Pflege mit dem Online-Redaktionssystem

Zum 12. Januar 2004 hatten wir 532 Kindertageseinrichtungen das Zugangspasswort zum Online-Redaktionssystem zugestellt. 468 Kitas nutzen diesen Zugang und führten zusammen bis zu diesem Datum insgesamt 11.369 Aktualisierungsvorgänge durch. Das sind 24,3 Änderungen pro Kita.

Uns wurden so gut wie keine Probleme der praktischen Handhabung bekannt. Das System ist so einfach zu bedienen, dass selbst Internet-Anfänger/innen auf Anhieb damit zurecht kommen. Unser Angebot, per E-Mail in Problemfällen zu unterstützen, wird nur selten wahrgenommen. Telefonische Hilferufe erreichen uns ebenfalls nur selten. Wenn doch, dann geht es meist um Probleme mit der Schreibweise des Passwortes.

Implementation in einem Landkreis / einer kreisfreien Stadt

Wenig Erfolg hatte der individuelle Zugang zu Kitas außerhalb der Modellstandorte. Seit 2002 bieten wir allen bayerischen Kitas durch einen entsprechenden Hinweis auf den www.kita-bayern.de-Seiten an, gegen einen geringen Unkostenbeitrag (65 Euro für die Aufnahme, 5 Euro jährlich) ihre Selbstdarstellung aufzunehmen. Davon machte bisher jedoch nur eine Hand voll Gebrauch.

Sehr bewährt haben sich dagegen örtliche Initiativen, organisiert von Aufsichtsbehörden (Landkreis Miesbach, Landkreis Nürnberger Land, Landkreis Bayreuth), einem lokalen Bündnis für Familien (Stadt Nürnberg) bzw. der Einrichtung eines eGovernment-Systems (Stadt Erlangen). Hier gelang es, den größten Teil oder sogar alle örtlichen Kitas von einer Teilnahme zu überzeugen.

Was die Kosten angeht, wurde in den verschiedenen Regionen unterschiedlich verfahren. In einigen Fällen übernahmen der Landkreis bzw. die Stadt die Gesamtkosten. Einige refinanzierten die einzelnen Internet-Auftritte dann aber über eine Kostenbeteiligung für die Kitas. Wenn die Teilnahme für die Kitas kostenfrei ist, kann sie einfacher eingefordert werden.

Aktualisiert am 21.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben