Elternbefragung: Durchführung

Es ist vorteilhaft, den Eltern die Fragebögen persönlich zu übergeben. Umstritten ist die Notwendigkeit von Übersetzungen. In jedem Fall ist die Anonymität der Befragung zu betonen. Gut sichtbare "Wahlurnen" am Kita-Eingang erinnern an die Abgabe, für die keine zu lange Frist vorzusehen ist. Der zu erwartende Rücklauf liegt nach den Erfahrungen der Modellkindergärten bei etwa 60-100%, in Horten etwas darunter.

 

Fragebögen persönlich übergeben

Nach der Herstellung der Fragebögen sind diese an die Eltern zu verteilen. Es ist vorteilhaft, den Bogen persönlich zu übergeben und dabei auf die Wichtigkeit der Aktion hinzuweisen. Es kann nicht erwartet werden, dass sich wirklich alle Eltern beteiligen, aber die Zahl der Rückläufe ist bei einer persönlichen Übergabe erfahrungsgemäß höher als bei einer kommentarlosen Übergabe. Entscheidend sind Hinweise auf Sinn und Zweck der Befragung. Die Eltern sollten wissen, dass ihre Angaben dazu dienen, die Angebote der Einrichtung zu verbessern und nicht den Eindruck bekommen, dass das Ganze eine Pflichtübung darstellt.

Ein Fragebogen für jedes Geschwisterkind

Eltern mit mehreren Kindern in der Einrichtung erhalten einen Fragebogen für jedes Kind. Eine Reihe von Fragen bezieht sich auf das Kind und auch bei Einschätzungen sollten Eltern mit mehr Kindern entsprechend gewichtet in die Auswertung eingehen.

Sind Übersetzungen wirklich nötig?

Es ist zu überlegen, für nicht deutschsprachige Familien Übersetzungen des Fragebogens anzufertigen. Es empfiehlt sich, mit den Betroffenen vorher darüber zu reden. Nicht selten finden es ausländische Familien geradezu als beleidigend, wenn ihnen die Bearbeitung eines deutschsprachigen Fragebogens nicht zugetraut wird. Es gibt durchaus Einrichtungen mit einem hohen Ausländeranteil, die nicht zuletzt aus diesem Grund auf Übersetzungen völlig verzichten.

In manchen Einrichtungen werden Übersetzungen von Eltern selbst organisiert. Stark multikulturelle Einrichtungen werden bei der Zahl der zu berücksichtigenden Sprachen trotzdem an Grenzen stoßen. Oft stellt sich aber auch heraus, dass andere "Brücken" - wie die Einschaltung dolmetschender Familienmitglieder - genügen. Ein Kompromiss kann der mehrsprachige Hinweis auf dem Fragebogen sein, sich bei Bedarf um eine/n Übersetzer/in zu kümmern.

Zu bedenken ist, dass offene Fragen auch fremdsprachige Antworten nach sich ziehen. In diesem Fall ist auch hierfür eine Übersetzung zu organisieren.

Im Modellprojekt konnten die Modelleinrichtungen eine türkische und eine russische Übersetzung der Musterfragebögen beim ISKA anfordern.

Anonymität betonen

Ein Teil der Befragung erfolgt anonym. Einzelne Eltern werden sicher trotzdem ihren Namen auf den Bogen schreiben. Das hat den Vorteil, dass nachgefragt werden kann. Aber das Interesse, unbefangene Antworten zu bekommen, ist höher einzuschätzen. Es empfiehlt sich daher, bei der Information der Eltern die Anonymität zu betonen.

Die Abfrage gewünschter Nutzungszeiten - die natürlich anonym keinen Sinn macht - ist deshalb von der anonymen Elternbefragung getrennt durchzuführen.

Organisation der Abgabe: "Wahlurnen" am Eingang

Für den Rücklauf wird am besten eine "Wahlurne", ein geschlossener Karton mit Schlitz, auffällig sichtbar in den Bereich gestellt, an dem die Eltern beim Bringen und Abholen der Kinder vorbeikommen. An dieser Urne können nochmals Hinweise auf die Wichtigkeit der Befragung angebracht werden.

Wenn sich ein geringer Rücklauf abzeichnet, können Hinweise an der Urne wie "Wir haben erst von der Hälfte der Eltern eine Rückmeldung..." vor oder notfalls nach Abgabeschluss angebracht werden. Leere Formulare zum Mitnehmen helfen denen, die ihren Bogen verlegt haben.

Knappe Abgabefrist

Auf dem Fragebogen und an der Urne sollte unbedingt eine Abgabefrist angegeben werden. Es genügt ein Zeitraum von ein bis zwei Wochen nach der Ausgabe der Bögen. Längere Zeiträume führen zu keiner höheren Rücklaufquote, sondern eher dazu, dass viele den Bogen erstmal ablegen und dann vergessen. In Bayreuth hat sich in vielen Fällen eine Frist "von Mittwoch bis Mittwoch" gut bewährt. Auf diese Weise bleibt nichts liegen und das dazwischenliegende Wochenende lässt wohl genug Zeit.

Zu erwartender Rücklauf

Erfahrungsgemäß liegt der Rücklauf einer Elternbefragung in Kindergärten zwischen 60% und 100%. Werte darunter zeigen meistens, dass die Befragung nachlässig eingeführt wurde. In Horten wird man mit einem etwas geringeren Rücklauf rechnen müssen.

Aktualisiert am 19.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben