Entwicklung der Anstellungsschlüssel im Projektverlauf 2000-2003

Obwohl Träger im Rahmen des Modellprojektes die Möglichkeit gehabt hätten, sich lediglich am Mindestanstellungsschlüssel von 1:12,5 zu orientieren, ging die Zahl der Einrichtungen mit einem Anstellungsschlüssel von 1:11,5 und schlechter zurück.

 

Kritiker/innen der kindbezogenen Förderung befürchten, dass sie Träger dazu verleite oder gar zwinge, ihre Einrichtungen nur noch gemäß dem Mindestanstellungsschlüssel auszustatten. Wir halten dem entgegen, dass das Gesamtkonzept der kindbezogenen Förderung, vor allem durch seine Mindeststandards der Qualitätssicherung, zwar ökonomische Überlegungen anrege, diese aber gleichzeitig mit Qualitätsanreizen ausbalanciere.

Wie verhalten sich die Träger und ihre Einrichtungen an den Modellstandorten? - Faktisch ließ der Vertrag, den sie mit dem Freistaat Bayern sowie mit ihrer jeweiligen Kommune für die Modelllaufzeit geschlossen hatten, die bloße Orientierung am Mindestanstellungsschlüssel zu.

Wir beobachten die Personaleinsatzstunden sowie den Anstellungsschlüssel aller Modelleinrichtungen seit dem Jahr 2000. Zum 1. Juli 2000 wurden sie erstmals auf der Grundlage einer Anwesenheits- und Personaleinsatzerhebung berechnet. Vom 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2003 sind uns aus den Jahresabrechnungen die Anstellungsschlüssel sämtlicher Modelleinrichtungen in jedem Kalendermonat bekannt.

Zu Personalkündigungen kam es im Modellversuch kaum. Dies dürfte zum einen an dem gewährten Bestandsschutz liegen (Einrichtungen, die mit der kindbezogenen Förderung finanzielle Nachteile hatten, konnten unter bestimmten Umständen eine Förderung in Höhe der alten Personalkostenerstattung erhalten), zum anderen aber auch an der Tatsache, dass Träger mit mehreren Einrichtungen interne Personalverschiebungen vornehmen konnten - eine Möglichkeit, die dafür spricht, entsprechende Träger- und Verwaltungsverbünde einzugehen.

Weniger schlechte Anstellungsschlüssel

Da in den Modellphasen Einrichtungen mit Verlusten gegenüber der alten Personalkostenerstattung einer besonderen Bestandsschutzregel unterlagen, wäre ein Vergleich der Personaleinsatzstunden oder des durchschnittlichen Anstellungsschlüssels nicht aussagekräftig. Wir betrachten deshalb die Entwicklung der Zahl der Einrichtungen mit einem Anstellungsschlüssel von 1:11,5 und schlechter.

Beim Vergleich jeweils zum Juli der Jahre 2000 (vor Einführung der kindbezogenen Förderung), 2002 (erstes Jahr der kindbezogenen Förderung) und 2003 zeigt sich ein Rückgang in der Stadt Bayreuth und im Landkreis Landsberg am Lech von insgesamt 11 auf 7.

Eine Tendenz zur Orientierung am Mindeststandard im breiteren Umfang ist nicht festzustellen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es die Empfehlung im Hinblick auf die Anstellungsschlüssel sowie die Mindeststandard der Qualitätssicherung sind, die hier dem bloßen ökonomischen Anreiz entgegenwirken.

Aktualisiert am 25.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben