Qualifikationsschlüssel

Mit Hilfe des ebenfalls im Modellprojekt entwickelten Qualifikationsschlüssels kann die Relation der Einsatzstunden von Fach- zu Hilfskräften beschrieben und reguliert werden.

 

Anstellungs- und Qualifikationsschlüssel

Der Anstellungsschlüssel beschreibt die Relation der Gesamtheit des pädagogischen Personals (Sozialpädagog/inn/en, Erzieher/innen, Kinderpfleger/innen, Berufspraktikant/inn/en, nicht Vorpraktikant/inn/en) zu den in einer Einrichtung in Anspruch genommenen Nutzungsstunden. Dabei wird zunächst keine Aussage über die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen gemacht.

Zur Beschreibung und zur Regulation der Relation von Fach- zu Hilfskräften wurde der Qualifikationsschlüssel entwickelt. Hierbei wird der Stundenanteil des Einsatzes von Fachkräften (Sozialpädagog/inn/en, Erzieher/innen) prozentual zur Basis der gesamten in einer Einrichtung realisierten pädagogischen Arbeitszeit (neben den genannten noch: Kinderpfleger/innen, Berufspraktikant/inn/en, nicht Vorpraktikant/inn/en) berechnet.

Beispiel: Wenn eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin beide in Vollzeit eingesetzt werden, so beläuft sich der prozentuale Anteil von Fachkräften an der gesamten Arbeitszeit auf 50%.

Mindest-, optimaler und realer Qualifikationsschlüssel

Wie der Anstellungsschlüssel kann der Qualifikationsschlüssel beschreibend, empfehlend und normativ formuliert werden.

Mindestqualifikationsschlüssel

Die Modelleinrichtungen waren vertraglich gehalten, mindestens 50% der Arbeitszeit von Erzieher/innen oder Sozialpädagog/inn/en zu leisten. Berufspraktikant/inn/en wurden als Hilfskräfte gerechnet. Vorpraktikant/inn/en gingen in die Berechnung nicht ein.

In Einzelfällen mussten Einrichtungen den Stundenanteil ihrer Erzieherinnen erhöhen, um den Mindestqualifikationsschlüssel zu erreichen. Größere Probleme wurden uns in diesem Zusammenhang nicht bekannt.

Eine Unklarheit sollte bei einer Einführung der kindbezogenen Förderung jedoch beseitigt werden. Einzelne Kitas, die über dem Mindestanstellungsschlüssel lagen, gingen im Modellprojekt davon aus, dass sie die 50%-Quote lediglich für die Mindestverhältnisse einzuhalten haben und dass der Mehreinsatz von Kinderpflegerinnen in ihrem Fall zulässig sei. Diese Argumentation ist auf den ersten Blick plausibel, es sollte ihr u. E. aber nicht gefolgt werden. Zum einen werden Berechnung und Beurteilung dieser Fälle kompliziert. Zum anderen macht es durchaus Sinn, auch bei einem Personaleinsatz, der über den Mindestverhältnissen liegt, darauf zu achten, dass die Einrichtung mindestens zur Hälfte von Fachkräften gestaltet wird.

Aktualisiert am 25.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben