Basiswert

Der so genannte Basiswert ist die jährliche Leistungspauschale, mit der seitens des Staates (und zusätzlich in mindestens gleicher Höhe seitens der Kommune) die Bildung, Erziehung und Betreuung eines Regelkindes in der Kategorie "incl. 3 bis incl. 4 Stunden" finanziell honoriert wird. Er wurde auf der Grundlage umfangreicher Erhebungen ermittelt und belief sich im Jahr 2002 auf 734,17 Euro, im Jahr 2003 auf 753,80 Euro. Perspektivisch ist der Basiswert zu dynamisieren. Bei seiner Ermittlung ergibt sich eine Reihe praktischer Schwierigkeiten. Unter anderem ist die unterschiedliche Auslastung der Einrichtungen im Jahresverlauf rechnerisch zu berücksichtigen.

 

Ermittlung des Basiswertes

Zur Ermittlung des Basiswertes werden rechnerisch in Beziehung gesetzt:

Die Art der Berechnung bedingt eine rechnerische Kostenneutralität für den Staatshaushalt, d. h. die insgesamt gleiche Summe wird nach anderen Regeln verteilt. Diese Kostenneutralität hat zur Folge, dass Veränderungen an den Zeit- oder Gewichtungsfaktoren Veränderungen an der Höhe des Basiswertes nach sich ziehen. Je mehr und je höhere Faktoren angesetzt werden, umso geringer wird der Basiswert. Der höchste Basiswert ergibt sich, wenn überhaupt keine Faktoren angesetzt werden.

2002: 734,17 EURO / 2003: 753,80 EURO

Für das Abrechnungsjahr 2002 lag der Basiswert bei 734,17 Euro, für das Abrechnungsjahr 2003 bei 753,80 Euro. Diese Werte beziehen sich auf die jährliche, staatliche Förderung. Der kommunale Anteil ist in (mindestens) gleicher Höhe anzusetzen.

Zukünftige Dynamisierung

Der momentan ermittelte Basiswert beruht auf der außerhalb der Modellstandorte unveränderten Personalkostenerstattung. Diese berücksichtigt Tarifsteigerungen. Ein bayernweit festzulegender Basiswert wäre von Anfang an entsprechend zu dynamisieren.

Ein dynamisierter, einheitlich festgelegter Basiswert ist die Grundlage der Planungssicherheit für Träger und Einrichtungen.

Basiswertermittlung im Modellverlauf

Im Detail traten bei der Basiswertermittlung Probleme dadurch auf, dass die relevanten Daten z. T. erst sehr spät vorliegen. So ist die exakte Höhe der auf ein Kindergarten- bzw. Kalenderjahr entfallenden Personalkostenerstattung wegen der für eine größere Zahl von Einrichtungen enorm verspätet eingereichten Endabrechnung erst über ein Jahr nach Ende des Kindergartenjahres zu ermitteln. Während der Modelllaufzeit wurde deshalb der Basiswert zunächst anhand der besten verfügbaren Näherungswerte ermittelt. Erst gegen Projektende konnten exaktere Berechnungen durchgeführt werden.

Die Grundprinzipien der Basiswertermittlung haben sich im Modellprojekt bewährt. Vor einer eventuellen bayernweiten Einführung sollte jedoch Anfang 2005 eine weitere exakte Basiswertermittlung rückwirkend für 2003 durchgeführt werden.

Auslastungsabsenkung zu Beginn des Kindergartenjahres

Die skizzierte Basiswertermittlung geht implizit davon aus, dass die Betreuungszeiterhebung zum Stichtag 1.1. einen für das gesamte Abrechnungsjahr repräsentativen Wert ergibt. Nach Ende des Modelljahres 2002 stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall ist. Sowohl bezüglich der Zahl der Kinder als auch bezüglich ihrer durchschnittlichen Betreuungszeit lagen die Monate September bis Dezember 2002 unter dem Niveau des 1. Januar 2002.

Diese "Septemberabsenkung" ergibt sich aus der Tatsache, dass zu Beginn eines Kindergartenjahres etwa ein Drittel der Kinder neu aufgenommen wird. Zu diesem Zeitpunkt nehmen ein Großteil der Eltern aus Gründen der Eingewöhnung sowie der familiären Umstrukturierung zunächst kürzere Zeiten in Anspruch. Diese "Septemberabsenkung" wird teilweise kompensiert von einem Anstieg der Betreuungszeiten und Kinderzahlen zwischen Januar und Juli Bei der exakten Basiswertermittlung für 2003 wurden diese Entwicklungen erstmals berücksichtigt.

Aktualisiert am 26.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben