Risiko Krankheitsausfälle

Im Laufe des Modellprojektes wurde deutlich, dass das durch Krankheit, Mutterschaft etc. bedingte Personalausfallrisiko von den kindbezogenen Leistungspauschalen nicht genügend abgedeckt wird. Hier ist eine Risikoabfederung entweder in der Form einer Lohnfortzahlungsversicherung oder einer staatlich/kommunalen Ausfallbürgschaft unabdingbar. Im ersten Fall wäre von den Trägern eine Versicherungsprämie zu bezahlen, im zweiten Fall würde der Basiswert sinken.

 

Zunächst keine Absicherung des Ausfallrisikos

Im Rahmen der herkömmlichen Personalkostenerstattung werden Kosten, die einem Träger durch Krankheitsausfälle oder Mutterschaft des Personals entstehen, zu einem großen Teil (etwa 80%) berücksichtigt.

Bei der kindbezogenen Förderung in der erprobten Form ist dies zunächst nicht der Fall. Hier wird das gesamte Fördervolumen, inklusive der seitens des Staatshaushaltes für Krankheitsausfälle vorgesehenen Mittel, gemäß der Fördertabelle ausgeschüttet. Da die staatlichen Mittel kein vollständiges Risikopolster enthalten, sondern lediglich den statistischen Durchschnitt über eine große Zahl von Einrichtungen, wäre das finanzielle Risiko für Einrichtungen mit besonders hohen Ausfallzeiten nicht zu verkraften.

Theoretisch können Einrichtungen Rücklagen für zukünftige Ausfälle bilden, praktisch ist dies zumindest während einer langen Einführungszeit nicht realisierbar.

Tatsächlich gab es während der Modelllaufzeit Einrichtungen, deren Finanzhaushalt durch außergewöhnlich lange Ausfälle bei einer rein kindbezogenen Förderung gesprengt worden wäre und die das Netz des Bestandschutzes in Anspruch nehmen mussten. Dies war der Anlass dafür, im Jahr 2003 Personalausfälle im Landkreis Landsberg am Lech exemplarisch für den Zeitraum von zwei Kindergartenjahren (2000/01 und 2001/02) vollständig zu erheben und in ihren Folgen zu berechnen. Die Zahl der Ausfalltage pro Einrichtung in diesem Zeitraum bewegte sich zwischen 7 und 596.

Überlegungen, eine Art Versicherungsfonds auf der Ebene von Verbänden oder Verbandsgruppierungen zu organisieren, fanden keine Resonanz. Der Gedanke, den Teil der Finanzmittel, der bisher für Aushilfen vorgesehen war, aus der kindbezogenen Finanzierung nach der Fördertabelle herauszunehmen und von Seiten Staat und Kommune für Personalausfälle auszuschütten, wurden zunächst wegen des dann zu erwartenden Bürokratie- und Verwaltungsaufwandes von allen Beteiligten wieder verworfen.

Risikoabfederung unabdingbar

Auf keinen Fall ist es verantwortbar, das finanzielle Personalausfallrisiko den Einrichtungsträgern zu überlassen. Auch wenn statistisch gesehen, die Mittel für Ersatzkräfte im Basiswert enthalten sind, verteilt sich das Risiko zu ungleich. Nach unseren Beobachtungen im Modellprojekt würde dies jährlich einen zwar nicht großen Prozentanteil, in der Summe aber doch eine beträchtliche Zahl von Einrichtungen finanziell ernsthaft und unverschuldet in existenzielle Schwierigkeiten bringen.

Lohnfortzahlungsversicherung oder staatlich/kommunale Ausfallbürgschaft

Mitglieder der Modellkommission bzw. der lokalen Arbeitsgemeinschaften machten Versicherungsgesellschaften auf das Problem aufmerksam und erreichten die Berechnung einer entsprechenden Lohnfortzahlungsversicherung. Dieser aussichtsreich erscheinende Weg wird gegenwärtig vom Sozialministerium geprüft.

Sollte diese Prüfung gravierende Nachteile ergeben, so wäre als Alternative die kombiniert staatlich und kommunale Finanzierung des Ausfallrisikos wieder in Erwägung zu ziehen. Im Sinne eines geringen Verwaltungsaufwandes sollten allerdings auf keinen Fall detaillierte Personalkostenberechnungen und Personaleinsatzprüfungen vorgelegt werden müssen wie bei der herkömmlichen Personalkostenerstattung. Es genügt, hier mit einer Durchschnittspauschale pro Ausfalltag zu arbeiten - auch wenn auf diese Weise das Ausfallrisiko nicht punktgenau erfasst wird.

Aktualisiert am 26.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben