Landkindergärten in isolierter Lage

Für eingruppige Einrichtungen in der isolierten Lage einer Gemeinde bzw. eines Orteils, denen die Kinderzahlen trotz Altersöffnung wegbrechen, sieht die kindbezogene Förderung eine rechnerische Erhöhung auf 22 bzw. 11 Kinder vor. Diese Regelung musste im Modellprojekt nicht in Anspruch genommen werden, ist aber als Strukturausgleichsmaßnahme für die flächendeckende Einführung geboten.

 

Kindertageseinrichtungen als Infrastruktur für Familien

Bereits in der Anfangszeit des Modellprojektes wurden wir auf Regionen (Rhön, Frankenwald u. a.) hingewiesen, in denen die Zahl der Kinder so dramatisch zurückgeht, dass Einrichtungen selbst dann nicht gehalten werden können, wenn sie sich für ein breites Altersspektrum öffnen. Das Problem stellt sich bei der herkömmlichen Personalkostenerstattung wie auch bei der kindbezogenen Förderung gleichermaßen, wenn auch in etwas anderer Form.

Weder unter pädagogischen noch unter bildungs- oder familienpolitischen Gesichtspunkten ist es wünschenswert, Kindertageseinrichtungen als letzten Ort der familiären Infrastruktur in einer Gemeinde oder einem Ortsteil untergehen zu lassen - gerade dann, wenn die Zahl der Kinder so dramatisch zurückgeht.

Strukturausgleich

Im Modellprojekt wurde dem in der Form Rechnung getragen, dass die Förderung in eingruppigen Einrichtungen in der isolierten Lage einer Gemeinde bzw. eines Ortsteils rechnerisch auf die Kinderzahl von 22 (für eine Kindergartengruppe ab 11 Kindern) bzw. auf 11 (für eine Kleinsteinrichtung mit 7 bis 10 Kindern) aufgefüllt werden kann.

An den Modellstandorten musste keine Einrichtung diese Regel in Anspruch nehmen. Sie weist allerdings den Weg für eine eventuell bayernweite Übertragung der kindbezogenen Förderung.

Dieser Strukturausgleich könnte auch als einrichtungsbezogener Multiplikationsfaktor dargestellt werden.

Weitergehender Bestandsschutz?

Warum auch für zwei- oder sogar dreigruppigen Kindergärten eine Bestandsschutzförderung in dieser Form eingerichtet werden soll, wie politisch gefordert, ist schwer zu begründen, letzten Endes aber sicher in erster Linie eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.

Strukturausgleich langfristig kostenneutral

Der beschriebene Strukturausgleich kann langfristig durch den allgemeinen Rückgang der Kinderzahlen und die damit frei werdenden finanziellen Mittel finanziert werden. Allerdings ergibt sich hier kurz- bis mittelfristig das Problem, dass diese Mittel erst dann frei werden, wenn Einrichtungen, die diesem Rückgang unterliegen, ihre Möglichkeiten zur Altersöffnung ausgeschöpft haben. Dieser Effekt verzögert das Freiwerden der Mittel für den Strukturausgleich bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der örtliche Bedarf an Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige und für Schulkinder jeweils gedeckt ist und die Kinderzahlen weiter sinken.

Aktualisiert am 26.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben