Buchung

Die Förderhöhe richtet sich nach der Betreuungszeit der Kinder. An den Modellstandorten wird diese durch die Buchung der Eltern operationalisiert. Das Buchungsverfahren gestalten die Einrichtungen mit Hilfe eines Buchungsbeleges (abrufbar als MS-Word97-Datei). Ihnen kommt damit eine Schlüsselrolle bei der Akzeptanz seitens der Eltern zu.

 

Einrichtungen gestalten die Regeln der Buchung

Bei Aufnahme des Kindes einigen sich die Eltern mit der Einrichtung auf einen Betreuungszeitrahmen. An den Modellstandorten ist den Einrichtungen in diesem Zusammenhang lediglich vorgegeben, alle Stundenkategorien von 4 Stunden aufwärts bis zur selbst festgelegten maximalen Öffnungszeit anzubieten. Ansonsten legen Einrichtungen die Buchungsregeln selbst fest. So können sie z. B. eine angemessene Kernzeit einführen.

Auch der Umgang mit Veränderungen im laufenden Jahr ist den Einrichtungen überlassen. Dabei werden sie natürlich, im eigenen Interesse sowie im Interesse der Familien, Veränderungen zulassen. In diesem Zusammenhang können sie auch Fristen festlegen. Wenig bewährt haben sich lange Fristen von bis zu einem Jahr, die von manchen Einrichtungen anfangs in der Absicht eingeführt worden waren, sichere Finanzverhältnisse zu haben. Solche langen Fristen haben sich als nicht notwendig erwiesen, da die Fluktuation wesentlich geringer ist als befürchtet und sich in den finanziellen Auswirkungen meist aufhebt. Vor allem aber legt sie Familien in unangemessener Weise fest.

Zuviel oder zuwenig Flexibilität?

Anfangs begegneten wir zwei konträren Befürchtungen:

Schon im Verlauf des ersten Buchungsdurchgangs zeigte sich, dass beide Befürchtungen unbegründet sind und beide Einrichtungsprofile ihren Stil im Umgang mit der Buchungssituation finden können. Gab es im ersten Jahr teilweise noch Umstellungsprobleme, so erfolgten im zweiten Jahr sowohl die Buchungen als auch Veränderungen routinemäßig und ohnen nennenswerte Probleme.

Buchungsbeleg

Die Eltern unterschreiben, zusammen mit dem ohnehin abzuschließenden Betreuungsvertrag, einen Buchungsbeleg. Dieser enthält alle für die Abrechnung der kindbezogenen Förderung erforderlichen Angaben (Zeitkategorie, Herkunftsland der Eltern, ggf. Behindertenstatus) und ist der Beleg für die Abrechnung der Kitas. Der Buchungsbeleg kann im MS-Word97-Format als Datei-Download abgerufen werden.

(Download der Original-Datei im MS-Word97-Format durch Klick auf die Abbildung)

Kein großer Verwaltungsaufwand zur Kontrolle der Betreuungszeit erforderlich

Anfänglich dachten einige Einrichtungen, sie könnten Buchungszeiten und tatsächliche Anwesenheit der Kinder nur dann abgleichen, wenn sie minutiöse Anwesenheitslisten führen. Sehr bald stellte sich heraus, dass dies nicht nötig ist und nur unnötigen Verwaltungsaufwand bringt. Der Großteil der Einrichtungen ging mit der Zeit dazu über, hier keine umfangreichen Kontrollmechanismen einzubauen, sondern es bei dem sich im Alltag ergebenden Eindruck zu belassen.

Buchungs- und Betreuungszeit

Im Modellversuch wurde großer Wert darauf gelegt, dass Betreuungszeit und Buchungszeit nicht sehr auseinanderklaffen. Diese Anforderung ergibt sich daraus, dass der Basiswert auf der Grundlage von tatsächlichen Betreuungszeiten, nicht auf der von Betreuungswünschen berechnet wurde. Die von den Eltern gewünschten Betreuungszeiten liegen in der Regel höher als die tatsächliche Betreuungszeit der Kinder. Klaffen Buchungs- und Betreuungszeit regelhaft auseinander und wird die Buchungszeit Grundlage der Förderung, dann erhöht sich diese systematisch. Bei einer etwaigen bayernweiten Einführung sind daher Regularien zur Gegensteuerung vorzusehen.

Wahrnehmung des Zeitbuchungsverfahrens durch die Eltern

Im Hinblick auf das neue Zeitbuchungsverfahren erwarteten wir im Jahr 2002 eher negative Reaktionen der Eltern. Ende 2001 hatten einige Einrichtungen, vor allem in Bayreuth, das Buchungsverfahren mit unnötig rigiden Vorgaben für die Eltern eingeführt. Dass dann trotzdem gut zwei Drittel der Eltern das in ihrer Einrichtung praktizierte Buchungsverfahren für "gut" oder "sehr gut" einschätzten, war unter den gegebenen Umständen fast überraschend. Im Laufe des Jahres 2002 fanden praktisch alle Einrichtungen plausible und allseits akzeptable Wege, das Buchungsverfahren auszugestalten. 2003 vergeben schließlich fast drei Viertel der Eltern die Note "sehr gut" oder "gut".

Frage an die Eltern: Wie beurteilen Sie das neue Zeitbuchungsverfahren?

Dabei zeigten sich zunächst im Jahr 2002 deutliche Unterschiede beim Vergleich der Stadt Bayreuth mit dem Landkreis Landsberg (77,7% Einstufungen mit "sehr gut" bzw. "gut" gegenüber 40,9% in Bayreuth). Im Jahr 2003 urteilten auch die Bayreuther Eltern positiver (56,7%).

Beim Vergleich einzelner Einrichtungen zeigten sich noch wesentlich größere Unterschiede: Es gab Einrichtungen mit 100% positiver ebenso wie andere mit 100% negativer Einschätzung.

Den Einrichtungen kommt bei der Akzeptanz eine Schlüsselrolle zu

Die Art und Weise der Einführung des Buchungsverfahrens bestimmt dessen Akzeptanz bei den Eltern. Es liegt ganz in der Hand der Einrichtungen, hier positive oder negative Effekte zu erzielen. Bei einer eventuellen Übertragung der kindbezogenen Förderung auf ganz Bayern muss damit gerechnet werden, dass Einrichtungen mit negativer Voreinstellung gegenüber dem Fördermodell dieses zunächst mit unnötigen Bürokratismen karikieren und entsprechend negative Reaktionen bei der Elternschaft hervorrufen. In Bayreuth zeigte sich allerdings, dass diese Haltung von den Einrichtungen nicht auf Dauer durchgehalten werden kann. Das oft fälschlich vorgebrachte Argument für bürokratisch-rigide Vorgehensweisen - "Wir müssen das jetzt wegen der kindbezogenen Förderung so machen" - bricht spätestens dann in sich zusammen, wenn Eltern erleben, dass es an anderer Stelle anders geht - flexibel und mit Augenmaß.

Aktualisiert am 27.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben