Verwaltungsaufwand

Die Zuschussabrechnung lässt sich bei der kindbezogenen Förderung ungleich einfacher abwickeln als bei der herkömmlichen Personalkostenerstattung. Trotzdem wird immer wieder ein höherer Verwaltungsaufwand beklagt. Zum großen Teil erklärt sich dieser Eindruck mit steigenden Anforderungen an Management-, Planungs- und Kommunikationsaufgaben.

 

Die Verwaltungsschritte der kindbezogenen Finanzierung

Das Vorgehen ist wenig aufwändig, trotzdem wurde immer wieder argumentiert, die kindbezogene Förderung produziere einen übermäßigen Verwaltungsaufwand. Auch bei unseren Träger- und Leiterinnenbefragungen an den Modellstandorten wird dieser Mehraufwand genannt. Wie kommt es zu dieser Einschätzung?

Weniger Abrechnungsaufwand - mehr Management

Das eigentliche Abrechnungsverfahren der kindbezogenen Förderung ist ungleich einfacher als die herkömmlichen Verfahren der Personalkostenbezuschussung. Allerdings ergeben sich höhere Anforderungen in den Bereichen Management, Kommunikation und Belegungs-/Finanz-Controlling. Diese Bereiche wären auch im Rahmen der herkömmlichen Personalkostenerstattung abzudecken, können dort allerdings leichter ignoriert werden als in der kindbezogenen Förderung. Hier erzwingen die größeren Gestaltungsfreiräume mehr Verantwortlichkeit und damit mehr Managementsentscheidungen. Leider wird diese Art von Mehraufwand, die im Interesse der Qualität der Einrichtung liegt, oft mit dem Etikett "höherer Verwaltungsaufwand" abqualifiziert.

Modellbedingter Mehraufwand

Tatsächlich war der Mehraufwand während der Modelllaufzeit für alle Beteiligten in jeder Hinsicht größer:

Was wird unter "Verwaltungs"-Mehraufwand verstanden?

93,2 % der Leiterinnen und 61,5 % der am Modellversuch beteiligten Träger beantworteten unsere Frage, ob sich der Verwaltungsaufwand für sie erhöht habe, mit "ja".

Ein erheblicher Teil dieser Einschätzung wird auf das Konto der modellbedingten Belastungen gehen. Einen Hinweis darauf, was gemeint ist, wenn von "höherer Verwaltungsaufwand" die Rede ist, ergibt sich aus der Verteilung der Zahl der Mehrstunden, die von den Betroffenen für verschiedene Bereiche als Verwaltungsaufwand genannt wurden. Hier zeigt sich, dass "echte" Verwaltung im engeren Sinn nur einen kleinen Teil dessen ausmacht, wovon geredet wird:

Frage an Träger 2003: Hat das neue Fördermodell für Sie persönlich ein Mehr an Verwaltungsaufgaben gebracht? - Wenn Sie "mehr Verwaltunsaufwand" angekreuzt haben: Was verstehen Sie darunter? (vorgegebene und offene Kategorien)

Wenn die kindbezogene Förderung dazu führt, dass für Einrichtungsmanagement oder z. B. für die Gespräche zwischen Kita-Leitung und Träger mehr Zeit aufgewendet wird, dann ist dies durchaus im Sinne einer Qualitätsentwicklung.

Trotzdem sollte das Ergebnis Anlass geben, darüber nachzudenken, wo und wie Verwaltungsaufwand in Kitas reduziert werden kann.

Aktualisiert am 27.05.2004 - Startseite           ▲ nach oben