§12/§16 4.DVBayKiG

von Günter Krauß, ISKA am 22. März 2001 um 19:31 Uhr
als Antwort zu: Bitte um Herleitung des Anstellungsschlüssels von 1:16.6 von Dr. Heidrun Kolinsky am 22. März 2001 um 12:07 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr. Kolinsky,

eine Mindestrelation von Personaleinsatz zu Kinderzahl kann man aus der 4. Durchführungsverordnungen für das Bayerische Kindergartengesetz ableiten:

§ 12: "(1) Für die Leitung einer Gruppe ist eine pädagogische Fachkraft erforderlich ...
(2) In Kindergärten mit zwei Gruppen ist eine pädagogische Hilfskraft ... erforderlich ..."

§ 16: "In anerkannten Kindergärten umfaßt eine Gruppe höchstens 25 Plätze..."

50 Kinder : drei Kräfte ergibt 16 2/3.

Sie haben völlig recht, dass es im BayKiG keine Vorgaben hinsichtlich einer Nutzungszeit gibt. Aber als Einstieg in die Problematik "Anstellungsschlüssel", der ja auch die Gruppe als solche nicht mehr ins Spiel bringt, war das Mitte 2000, als man noch keine näheren Erkenntnisse über die empirischen Zusammenhänge zwischen Nutzungszeit und Arbeitszeit hatte, ein halbwegs schlüssiges Vorgehen. Inzwischen wissen wir ja dank unserer Nutzungszeiterhebungen mehr. Die skizzierte Krücke ist nicht mehr nötig.

1:16,6 ist - auch wenn Sie es partout nicht glauben wollen - NICHT der ANGESTREBTE Wert. Das MQS-Modell ermöglicht Schlüssel in der Größenordnung von 1:10 und entlastet Einrichtungen, die schlechter liegen.

Der Mindestanstellungsschlüssel setzt nicht die Qualität einer Einrichtung fest, sondern definiert eine Untergrenze, ab deren Unterschreitung die Schließung einer Einrichtung wegen einer Gefährdung des Kindeswohls zwingend wird.

1:16,6 ist auch kein endgültig für das MQS-Modell festgelegter Wert. Schon bei der Abstimmung in der Modellkommission (August 2000) wurde gleichzeitig beschlossen hierüber nach einem Jahr neu zu beraten, da allen Beteiligten klar war, dass hier Neuland betreten wird.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Krauß



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