Zur Fördergerechtigkeit

von Gottfried Koppold, Kinderhilfe i.Lkr. Weilheim-Schongau gGmbH am 16. Mai 2001 um 19:05 Uhr

Zur "Fördergerechtigkeit" nach ISKA

Gefördert wird in Zukunft die Nutzungszeit.

Beispiel:

Für 25 Kinder, die alle den Kindergarten täglich >6-7 Stunden nutzen erhält der Träger in Zukunft pro Kind DM 4.858,22 DM, insgesamt also DM 121.455,50.

Variante 1:

Er stellt für diese Kinder eine Kinderpflegerin, ledig, 22 Jahre, keine Kinder und eine Erzieherin, ledig, 23 Jahre, keine Kinder an und bezahlt diese nach BAT, so hat er folgende Personalkosten:

Kinderpflegerin: Grundvergütung VIII/01 DM 2.008,24
Ortszuschlag DM 865,25
Zulage DM 166,34

Monatsvergütung DM 3.039,83
Jahreslohnsumme (x12,8717) DM 39.127,78
SV-AG-Anteil (ca. 25%) DM 9.781,94

Jahresaufwand gesamt DM 48.909,72

Erzieherin Grundvergütung Vlb/01 DM 2.346,58
Ortszuschlag DM 865,25
Zulage DM 196,46

Monatsvergütung DM 3.408.29
Jahreslohnsumme (x12,8717) DM 43.870,49
SV-AG-Anteil (ca. 25%) DM 10.967.62

Jahresaufwand gesamt DM 58.246,40

Der Gesamt aufwand beträgt somit DM 107.156,12 und liegt damit DM 14.299,38 unter der staatlichen Förderung.

Variante 2

Er stellt für diese Kinder eine Kinderpflegerin, verheiratet, 2 Kinder, 35 Jahre, keine Kinder und eine Erzieherin, verheiratet, 2 Kinder, 43 Jahre an und bezahlt diese nach BAT, so hat er folgende Personalkosten (beide Ehemänner nicht im öffentlichen Dienst):

Kinderpflegerin: Grundvergütung VII/07 DM 2.649,10
Ortszuschlag DM 1.382,67
Zulage DM 196,46

Monatsvergütung DM 4.228,23
Jahreslohnsumme (x12,8717) DM 54.424,51
SV-AG-Anteil (ca. 25%) DM 13.606.12

Jahresaufwand gesamt DM 72.258,86

Erzieherin Grundvergütung Vc/09 DM 3.588,52
Ortszuschlag DM 1.382.67
Zulage DM 196,46

Monatsvergütung DM 5.167,65
Jahreslohnsumme (x12,8717) DM 66.516,44
SV-AG-Anteil (ca. 25%) DM 16.629,11

Jahresaufwand gesamt DM 83.145.55

Der Gesamt aufwand beträgt somit DM 155.404,41 und liegt damit DM 33.948,91 über der staatlichen Förderung.

Konsequenzen können sein:

Nur noch junges Personal einstellen

Elternbeiträge erhöhen

Älteres Personal muss mehr Kinder betreuen

Aufhebung tarifvertraglicher Bindungen

Fazit: Der Abbau einer Förderungerechtigkeit (überlange Öffnungszeiten) wird durch die Etablierung einer neuen Förderungerechtigkeit erkauft, die gerade im Hinblick auf berufliche Wiedereinsteigerinnen (z.B. nach Mutterpause) höchst unsozial ist und nur als frauenfeindlich bezeichnet werden kann.

Aber, lieber Herr Kraus, der Markt wird`s schon richten, gell!!



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