Zum Personalschlüssel

von Gottfried Koppold, Kinderhilfe i.Lkr. Weilheim-Schongau gGmbH am 16. Mai 2001 um 19:07 Uhr

Zum Personalschlüssel

Zunächst einmal: Auch das BayKiG kennt einen klaren Mindestpersonalschlüssel (§ 12 4.DVBayKiG).
Hier ist ganz klar geregelt, dass für eine Gruppe mit mindestens 15 und maximal 25 Kinder je eine Fachkraft- und eine halbe Hilfskraftstelle vorzuhalten ist. Klar ist auch, dass dies auf die förderfähigen Gruppenöffnungszeiten bezogen ist.

Beispiele:
Eine Gruppe hat 20 förderfähige Öffnungsstunden, dann sind hierfür mindestens 20 Fachkraft- und 10 Hilfskraftstunden zwingend vorgeschrieben.
Hat eine Gruppe 38,5 und mehr förderfähige Öffnungsstunden, so sind dafür mindestens eine volle Fachkraft- und eine halbe Hilfskraftstelle vorgeschrieben.

Rechnet man diese Vorgaben um, dann ergibt sich tatsächlich ein Schlüssel von 1:10 bei 15 Kindern in der Gruppe und 1:16,66 bei 25 Kindern.

Was ist neu?
Der Personalschlüssel wird durch einen sogenannten Anstellungsschlüssel ersetzt (Habla, StMAS am 01.02.01). Bezugsgröße ist jetzt aber nicht mehr die Gruppe sondern die Nutzungszeit. Und damit ändert sich so einiges, wie nachfolgende Beispiele deutlich machen:

Eine Gruppe mit einer täglichen Öffnungszeit von 8 Stunden wird wie folgt genutzt:
8 Kinder 8 Std./täglich gesamt 64 Stunden
5 Kinder 7 Std./täglich gesamt 35 Stunden
4 Kinder 5 Std./täglich gesamt 20 Stunden
8 Kinder 4 Std./täglich gesamt 32 Stunden
Gesamtnutzungszeit 151 Stunden

Nach der Formel von Habla ergibt sich jetzt folgende Rechnung:
151 Nutzungsstunden/(x Arbeitsstunden/5Wochentag)=mindestens 16,66
Ergebnis der Rechenoperation: 45,30 Stunden, das entspricht 1,18 Stellen.

Nach BayKiG wären im obigen Beispiel mindestens eine volle Fach- und eine halbe Hilfskraftstelle zu besetzen, also 1,5 Planstellen, nach ISKA nur noch 1,18.

Noch ein Beispiel für kleinere Gruppe (z.B. auf dem Land):

Eine Gruppe mit 15 Kindern und 6,5 Stunden täglicher Öffnungszeit hat folgende Kinder:
8Kinder 6,5 Std./täglich gesamt 52 Stunden
2 Kinder 6,0 Std./täglich gesamt 12 Stunden
3 Kinder 5,0 Std./täglich gesamt 15 Stunden
2 Kinder 4,0 Std./täglich gesamt 8 Stunden
Gesamtnutzungszeit 87 Stunden

Nach BayKig wären hier mindestens eine Fachkraft mit 32,5 Stunden und eine Hilfskraft mit 16,25 Stunden anzustellen, insgesamt also 1,27 Planstellen, nach ISKA nur noch 0,68 Planstellen.

Was kann man daraus lernen?

Wen Herr Habla das BayKiG kennen würde und seine Rechenformel konsequent zu Ende denken und rechnen würde, dann könnte er nie und nimmer zu dem Schluss kommen, dass es sich bei dem neuen Schlüssel um eine Verschärfung der Qualitätskriterien handelt.

Richtig ist: Die personellen Mindestanforderungen werden erheblich abgesenkt!



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