Warnung vor dem Markt

von Dr. Heidrun Kolinsky am 21. Juni 2001 um 23:37 Uhr
als Antwort zu: auf jeden Fall vertretbar von Günter Krauß, ISKA am 21. Juni 2001 um 09:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Krauß,

bei Ihrem vorausgehenden Beitrag jonglieren Sie mit Begriffen,
bei denen Sie die Definitionen und Zusammenhänge leider ausser acht lassen. Damit bleiben Sie den gewichtigen Argumenten von Frau Lux eine ernstzunehmende Entgegnung schuldig. Die Fragen von Frau Lux werden von Ihnen in Ihrem Beitrag leider nicht beantwortet.

Der Versuch, Lean-Management-Strategien und Marktmechanismen im Kindergarten-Bereich zu etablieren, wird von Experten der Kinder-Entwicklungspsychologie durchaus sehr kritisch gesehen.

"Sei doch laut Jugendhilfegesetz der Auftrag von Kindertagesstätten nicht nur Betreuung, sondern auch -gleichrangig- Bildung und Erziehung.
Zudem sei die Idee, den Zugang zu Bildung über Gutscheine und Marktmodelle zu steuern, schon 20 Jahre alt und international umstritten: "Dem steht die Literatur absolut reserviert gegenüber." Es bestehe die Gefahr, dass Familien, die nicht
über die nötigen Informationen verfügen, ausgeschlossen werden. Fthenakis: "Politik darf Bildung nicht dem Markt überlassen. Wer dies macht, setzt die Bildung der Kinder aufs Spiel."

Zitiert wurde der Münchner Professors Dr. Dr. Dr. Wassilos Fthenakis (ein anerkannter Experte für Frühpädagogik und Entwicklungspsychologie, der unter anderem die Bundesregierung berät). Diese Kritik von Prof. Fthenakis entstammt einer Expertenanhörung im Hamburger Rathaus im Zusammenhang mit dem Hamburger Kita-Card-Projekt, an dem die ISKA gGmbH ebenfalls beteiligt ist.(Quelle: www.taz.de, den Link "Volltextsuche" wählen und als Zeitraum 01.01.00 und das aktuelle Datum angeben, dann als Suchbegriff "Iska" eingeben. Das Zitat stammt aus einem Artikel vom 30.04.01 und wurde von Prof. Fthenakis mir gegenüber telefonisch am 30.05.2001 als authentisch autorisiert).



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