Umgang mit Sprachhindernissen

von Günter Krauß, ISKA am 21. Juni 2001 um 23:53 Uhr
als Antwort zu: Multi-Kulti-Elternbefragung von Röhring, C., Evang. Kita, am 21. Juni 2001 um 16:19 Uhr

Sehr geehrte Frau Röhring,

wir können Ihnen unseren Musterfragebogen auf türkisch und auf russisch zur Verfügung stellen. Da hier nicht gängige Schriftenfonts eine Rolle spielen, bräuchten wir zur Übersendung einer Papierversion Ihre Post-Anschrift oder eine Faxnummer.

Bedenken Sie aber, dass die interessantesten Fragen die offenen sind. Die entsprechenden Antworten müssten Sie, wenn Sie in mehreren Sprachen arbeiten rückübersetzen lassen...

Große Erfahrung in multikultureller Elternbefragung haben Einrichtungen der AWO. Vielleicht können Sie sich dort einige Tipps holen.

In unserer eigenen Kita (siehe www.iska-nuernberg.de/momo), in der wir mit einem vergleichbaren Nationalitätenpool zu tun haben (50-60% Ausländeranteil), haben wir eine Elternbefragung letzten Endes nur auf deutsch durchgeführt. Uns war aufgefallen, dass die meisten nicht deutschsprachigen Familien sich doch in irgendeiner Form behelfen. Fast immer gibt es doch ein Familienmitglied, das als Übersetzer fungiert. Der Rücklauf war auch unter den nicht-deutschen Familien sehr hoch.

Aus unseren Forschungsprojekten, in denen wir immer wieder mit türkischsprachigen InterviewerInnen arbeiten, wissen wir, dass Übersetzungen der deutschen "Kindergarten-Alltagssprache" nicht einfach sind. Viele Begriffe lassen sich im Türkischen offenbar nur umschreiben und sind dann auch nicht für jeden verständlich. Die Übersetzung eines Elternbriefes auf türkisch, die wir von einem türkischen Lehrer hatten anfertigen lassen, hat zu vielen Verständnisnachfragen von türkischen Familien (auf deutsch!) geführt.

Trotzdem ist es natürlich auch eine schöne und wichtige Geste, auf Familien nicht-deutscher Herkunft in ihrer Heimatsprache zuzugehen. Für unsere nächste eigene Elternbefragung möchte ich gerne folgende Mischung erproben: deutscher Fragebogen und fremdsprachiges Begleitschreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Krauß



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