Gegen die Marktregulierung in Kindergärten - Unterschriftenaktion an das Bayer. Sozialministerium

von ver.di Bezirk Schweinfurt am 10. Juli 2001 um 12:41 Uhr

Immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft, die mit Wirtschaft nichts zu tun haben, werden marktwirtschaftlichen Strukturen unterworfen. Jetzt sind auch die Kindergärten dran, denn das Bayerische Sozialministerium will die bisherigen Förderrichtlinien durch ein "marktorientiertes" Finanzierungsmodell ersetzen.
Außer dem Sozialministerium selbst (weniger Verwaltungsarbeit, Betreuungsangebote für Kleinkinder und Schulkinder ohne zusätzliche Kosten) hat niemand einen Vorteil von dem neuem Modell:

- nicht die Eltern, die künftig die tägliche Betreuungszeit vertraglich für ein Kindergartenjahr festlegen müssen und deshalb nicht mehr kurzfristig bei Bedarf zusätzliche Betreuung in Anspruch nehmen können.

- nicht die MitarbeiterInnen, von denen viele künftig mit Stundenkürzungen und befristeten Arbeitsverträgen rechnen müssen, während gleichzeitig weniger Personal größere und in größerem Maße als bisher altersgemischte Gruppen zu betreuen haben werden

- und erst recht nicht die Kinder, denn im Zusammenhang mit der marktorientierten Steuerung ist nur von Kinderbetreuung die Rede, nicht mehr von Bildung und Erziehung.

Deshalb:

Öffnung der Kindergärten für Klein- und Schulkinder ja, wenn die notwendige personelle und räumliche Ausstattung gewährleistet ist.

Qualitätssicherung ja, wenn sich in jedem Kindergarten alle Beteiligten über die pädagogische Arbeit verständigen.

Marktorientierte Kindergartenfinanzierung nein, denn Kinder brauchen einen Kindergarten, der ihnen soziales Lernen ermöglicht, nicht eine Kinderbewahranstalt.

Bezirksfrauenrat des ver.di Bezirks Schweinfurt e. V.
Wilhelm-Leuschner-Str. 2, 97421 Schweinfurt



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