Definition "Ausländerkind"

von Günter Krauß, ISKA am 27. Juli 2001 um 20:24 Uhr
als Antwort zu: Stichwort Ausländerkinder von Margrit Reuschlein, BRK-Kiga Spatzennest Weil am 27. Juni 2001 um 20:44 Uhr

Sehr geehrte Frau Reuschlein,

es wundert mich etwas, dass Sie der Definitions-Vorschlag so wundert. Ich hatte ihn doch ausführlich in der Leiterinnenkonferenz am 26.6., in der wir uns gesehen hatten, erläutert. Ich finde es wesentlich besser, die Sprachverhältnisse in der Herkunftsfamilie heranzuziehen als die Staatsangehörigkeit. Wenn beide Elternteile nicht deutschsprachiger Herkunft sind (egal welcher Staatsangehörigkeit), kann man in den allermeisten Fällen davon ausgehen, dass es in puncto Sprachförderung beim Kind mehr zu tun gibt. Das gilt natürlich nie in allen Fällen, schon gleich gar nicht in der Umkehrung.

Allerdings hatte in besagter Leiterinnenkonferenz Ihre Kollegin vom BRK-Kiga Landsberg eine recht interessante Idee, die Ihrer Argumentation entgegenkommt. Sie schlug die sprachliche Herkunft der Hauptbezugsperson als Kriterium vor. Ich finde diese Variante sehr gut und habe mir vorgenommen, sie bei Gelegenheit in der Modellkommission (von der die andere Definition stammt) einzubringen. Auch hier erproben wir erst und sind für jede Anregung aufgeschlossen.

Ihre Anmerkung, dass die Definition einengt und das doch ein gewisser Widerspruch zu meinem Bestreben sei, möglichst wenig einengende Regulation ins Spiel zu bringen, trifft schon den Kern: Es ist tatsächlich so, dass JEDE Regulation einengt und im Einzelfall unsinnige Resultate hervorbringt. Daraus kann man natürlich nicht den Schluss ziehen, dass man ohne Regulation auskommt. Man muss an jeder Stelle sorgfältig abwägen. Reguliert werden muss immer dann, wenn etwas direkt finanzierungsrelevant wird.

Möchte man einen Ausländerfaktor, dann braucht man eine Definition. Und der Sprachtest kann's ja wohl nicht sein!

Mit besten Grüßen
Günter Krauß



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