So einfach ist das leider nicht!

von Alexandra Lux am 30. Juli 2001 um 17:07 Uhr
als Antwort zu: Elternbeitrag in Bayreuth nun gerechter von Schmidt - Mutter am 27. Juli 2001 um 14:32 Uhr

Liebe Frau Schmidt,

leider ist dieses Thema ziemlich vielschichtig, und DIE gerechte Verteilung der Gelder wird es wohl nie geben!
Keiner behauptet, daß das momentane System gerecht ist! Auch ich bin der Meinung, daß sich da etwas tun sollte! Aber eben NICHT zum Nulltarif. Das Geld für die Kleinen und Schulkinder ist laut Sozialministerium ja da: aus dem 'Kindergartentopf'!!! D.h., das vorhandene Geld wird auf mehr Kinder (mehrerer Alterstufen) verteilt.
Die Initiative steuert nicht blind dagegen, und Kolleginnen, die die Eltern ohne Information einfach so unterschreiben lassen, halte ich nicht gerade für verantwortungsvoll. Ich habe mir einige Zeit überlegt, was ich davon halte. Ich erwarte,- und das wurde hier leider versäumt, bzw. vermieden - daß Fachkräfte von der Basis - also Erzieherinnen - ein Konzept miterstellen! Sie wissen, auf was es ankommt, was machbar und was sinnvoll ist! Das ist die Kritik an der laufenden Reform!
Sie sagen ganz richtig, daß jeder will, daß es den Kindergärten gut geht. Wir sind z.B. eine Elterninitiative mit einer Gruppe, die aus räumlichen Gründen nicht mehr Kinder aufnehmen kann. Anhand der momentanen Zahlen konnten wir errechnen, daß wir bei der Neuregelung der Finanzierung rund 30.000.-- DM Verlust pro Jahr machen. In solch einer Kleinsteinrichtung kann nirgendwo mehr gespart werden, außer man fährt auf völliges Minimum herunter und wird zu einer Bewahranstalt. Große Einrichtungen mit viel Personal sind bei Öffnungszeiten, Gruppenzeiten und Personalplanung wesentlich flexibler!
Auch wenn diese Aktion aus Nürnberg kommt, wir haben alle etwas damit zu tun, es betrifft nämlich ganz Bayern! Und ich halte es für äußerst unverantwortlich, sich den laufenden Entwicklungen zu verschließen, nach dem Motto, das sei ja noch nicht endgültig geregelt.... mal sehen, was am Ende rauskommt! Wenn dann etwas rauskommt, das uns nicht gefällt ist es wahrhaftig zu spät. Unser Kindergarten überlegt nun, was zu tun wäre, damit wir überleben können, wenn die Finanzierung so eintritt. Bis dahin haben wir noch Zeit, ja, Zeit um von Grund auf zu planen und vernünftige Lösungen zu finden. Wird sich nichts ändern - was inzwischen übrigens auch gemunkelt wird! - dann geht die Welt auch nicht unter, entweder wir verändern uns doch, oder die investierte Zeit war letztendlich nicht notwendig. Aber wir sind vorbereitet, uns wird es nicht eiskalt erwischen.
Fordern Sie doch bitte notwendige Information bei Ihrer Kindergartenleitung oder bei Herrn Krauß ein, oder informieren Sie sich über diese Seiten selbst. Das müssen wir schließlich auch tun. Aber ich bin der Meinung, daß wir Erzieherinnen auch in der Verantwortung stehen, Informationen an die Eltern weiterzugeben.

Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Lux, München



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