Mehr Geld - bei Betreuung von mehr Kindern - keine Frage!

von Schmidt am 31. Juli 2001 um 09:48 Uhr
als Antwort zu: So einfach ist das leider nicht! von Alexandra Lux am 30. Juli 2001 um 17:07 Uhr

Selbstverständlich muss es mehr Geld geben, wenn insgesamt mehr Kinder betreut werden, z. B. wenn andere Altersstufen in grossem Stil betreut werden. Das geht nicht mit dem gleichen Geld.

Trotzdem halte ich Ihre Aussagen bzgl. der Aufnahme von anderen Altersstufen zum Nulltarif für nicht richtig. Im Modellversuch werden nur die bisher geflossenen Mittel anders verteilt - nach Auslastung. Die auftretenden Effekte werden untersucht, so steht es mind. in diesen Seiten hier (und warum soll ich das nicht glauben?). Es könnte der Effekt auftreten, dass die Kinderzahlen insgesamt nicht sinken (wie die Bevölkerungsstatistik vorhersagt), sondern durch Aufnahme von anderen Altersgruppen die Belegung in den Kindergärten steigt. Das stimmt. Dann muss es auch mehr Geld geben!!! (Oder das Konzept wird nicht funktionieren.)

Vor allem für die jüngeren Kinder ist doch eine Initiative der Staatsregierung angekündigt (ich erinnere mich an eine Pressemitteilung ca. im Mai, die bei uns im Kindergarten aushing). DAS MUSS MAN FORDERN.

Ich bin im Schulbereich tätig, auch hier sind zusätzliche Hortplätze und Ganztagschulangebote (Hauptschulbereich)definitiv angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht. Das ist also nach meiner Meinung sehr wohl im Blick, dass hier noch etwas nötig ist. Und DIES muss man auch fordern.

Ihre pauschale Kritik kann ich also nicht nachvollziehen und den Ruf nach Abbruch des ERprobung erst recht nicht (die ja erst im Januar beginnt!!!). Warum fordern sie nicht mehr Geld, wenn die Kinderzahlen insgesamt nicht sinken und beteiligen sich konstruktiv?

Halten sie die Einrichtungen und vor allem die Träger und Eltern in Bayreuth Stadt und Land nicht für dumm - sie sind einbezogen und ihre Erfahrungen (positiv wie negativ) werden ab Jan. 2002 gerade in der Erprobung eine gewichtige Rolle spielen. Auch die Verbände werden massiv Einfluß nehmen, weil man dann mit Fakten operieren kann. Im Moment ist doch alles noch Theorie. Interessant wird es erst in der Erprobung. Ich glaube daran, dann hier an dem Konzept geändert werden kann, wenn sich gravierende Mängel zeigen. Warum sonst sollte man so einen Aufstand machen und das ganze in einer solchen Offenheit diskutieren und erproben?

Genauso wie ihre Einrichtung 30.000 Dm minus macht, gäbe es selbstverständlich welche, die den Betrag plus machen und durch mehr Personal, Vertretungskräfte etc. entlastet werden könnte. So ist das in einem Umverteilungssystem. Nur durch Erpobung wird man feststellen, ob sich dadurch wirklich für einige unverhältnismässige Nachteile ergeben, wie sich die Eltern tatsächlich verhalten, wie die Einrichtungen und Träger die Mittel nutzen, wie bestimmte Einrichtungen evtl. trotz Verlusten dennoch unterstützt werden können usw.

Für mich wäre die schlechteste Alternative, alles beim Alten zu lassen. Ich finde das wirklich unverhältnismässig, dass sie einen Abbruch fordern. Das ganze würde sie ja im Erprobungszeitraum nicht berühren und die Einrichtungen in Bayreuth Stadt und Land sowie in Landsberg könnten Erfahrungen machen - unter den Augen einer breiten Öffentlichkeit. Mit Beteiligung von Hunderten von Erzieherinnen und tausenden Kindern und Eltern. Glauben Sie wirklich, dass etwas eingeführt wird, was sich dort nicht bewährt und noch schlechter ist als die alte Richtlinie? Glauben Sie wirklich nicht, dass so viele Menschen eine Verifizierung der Grunddaten durchsetzen, wenn sich etwas als gravierend falsch erweist oder wichtige Dinge fehlen? Vor was fürchten Sie sich eigentlich?

B. Schmidt, Bayreuth und zwei weitere Mütter (teils noch keine Kindergartenmütter, aber interessiert)



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