Fortbildung lohnt sich auch für befristet beschäftigte Mitarbeiterinnen!!!

von Barbara Perras-Emmer, Städt. Kindergarten Parsberg am 09. August 2001 um 10:45 Uhr
als Antwort zu: Verwaltungsvereinfachung ? Flächendeckendes Kiga-Platzangebot ?.......... von Sabine Werner, Thomas KiTa Ingolstadt am 05. August 2001 um 17:02 Uhr

Fortbildung nur für festangestellte Kräfte?

Fortbildung dient einerseits der persönlichen Weiterbildung, andererseits auch der Teamentwicklung. Aus diesem Grunde haben meines Erachtens die Träger die Verpflichtung, allen Beschäftigten die Möglichkeit zur Fortbildung einzuräumen. Praktikanten sollen von Beginn der Ausbildung an lernen, dass Lernen nicht befristet sein kann, sondern lebenslang notwendig ist, aber auch, dass es Spass machen kann und den Blickwinkel erweitert. Im gegenseitigen Austausch bei Veranstaltungen haben sowohl Auszubildende wie auch befristet Beschäftigte die Gelegenheit über "den Tellerrand zu schauen", was im dichtgedrängten Alltag oft nicht möglich ist. Angestellte mit Zeitvertrag können oft sehr schnell im eigenen Haus benötigt werden - Personalveränderungen sind auch im Kindergarten üblich.

Ich bin stolz darauf, wenn Mitarbeiter, die ihre Qualifikation bei uns erweitern konnten, in Nachbareinrichtungen einen Arbeitsvertrag bekommen, vor allem, wenn sie dort eine Aufstiegsmöglichkeit haben. Klar muss die Stelle bei uns neu besetzt werden, aber dadurch bekommen Jüngere mit weniger Berufserfahrung auch eine Chance. Gerade im christlich-sozialen Beruf mit übergreifenden gemeinsamen Trägern und Mittelgebern, wie Kommunen, Bezirk, freie Träger und Sozialministerium sitzen wir doch alle in einem Boot. Und die Weiterentwicklung in den Einrichtungen lebt unter anderem auch vom Wechsel als einem Gleichgewicht zwischen Tradition und Neuerung.

Das erworbene Wissen ist kein verschnürter Besitz, den die Erzieherin mit sich herumträgt und beim Wechsel der Arbeitsstelle mitnimmt. Es sollte unmittelbar nach der Fortbildungsveranstaltung, welche sie sicher nicht an ihren letzten Arbeitstagen in dieser Einrichtung besucht, allen Kindern, Eltern, Kolleginnen und ihr selbst zu gute kommen. Dann hat sich die Fortbildung bereits "ausgezahlt", bevor die Mitarbeiterin den Kindergarten verlässt. Dass sich Wissen und Können nicht "verbraucht", kann nicht den befristet Beschäftigten angelastet werden.

Barbara Perras-Emmer, Erzieherin mit motopäd. Zusatzqualifikation, Kindergartenleitung
Städt. Kindergarten Parsberg



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