Möglich: ja! Einzelfall: ja!

von Gerd am 26. Oktober 2001 um 09:22 Uhr
als Antwort zu: Vielen Dank von Schmidt am 25. Oktober 2001 um 18:18 Uhr

Hallo!
Sie haben Recht: Ergänzungskräfte (Zweitkräfte) in NRW sind keine sozialpädagogische Fachkräfte (als solche gelten nur Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen). In der "Vereinbarung über die Eignungsvoraussetzungen der in Tageseinrichtungen für Kinder tätigen Kräfte" werden Ergänzungskräfte wie folgt beschrieben: "Als Ergänzungskräfte sollen Kinderpflegerinnen eingesetzt werden oder andere Personen, die nach Qualifikation und Eignung in Lage sind, den/die Gruppenleiter/in in der pädagogischen Arbeit zu unterstützen, ohne selbst sozialpädagogische Fachkraft zu sein." Damit wurde die Möglichkeit eröffnet tatsächlich "unausgebildete" Personen, "die nach Qualifikation und Eignung in der Lage (dazu) sind", als Zweitkräfte zu beschäftigen. Das von Ihnen geschilderte Beispiel wird deshalb zutreffend sein.
Ich bin davon überhaupt nicht begeistert. Allerdings handelt es sich m.W. nur um Ausnahmen, da "Qualifikation und Eignung" eben doch nur in aller Regel durch eine entsprechende Ausbildung nachgewiesen werden können. Hier im Regierungsbezirk gibt es 2 Kolleginnen ohne berufsspezifische Ausbildung, die als Ergänzungskräfte tätig sind (aber auch 3 Kolleginnen als Ergänzungskräfte, die nach ihrer Grundqualifikation Lehrerinnen sind).
Trotzdem, fachliche Qualität setzt m.E. entsprechende fachliche Ausbildung voraus. Leider ist auch das Niveau der Erzieherinnen-Ausbildung im europäischen Vergleich in Deutschalnd auf niedrigster Stufe. Erst gestern schrieb Donata Elschenbroich in der Zeit: "In den skandinavischen,und den meisten anderen europäischen Ländern auch, werden Kindergartenerzieher an Hochschulen ausgebildet - warum bilden gerade Deutschland und Östereich mit ihrer Erzieherausbildung an Fachschulen das Schlusslicht in Europa? Wenn man den Erziehern Hochachtung für ihre Aufgabe anmerken soll, müssen sie selbst mehr Achtung für ihre Bildungsarbeit erfahren. Diese öffentliche Anerkennung wird dann auch zurückstrahlen auf die Kinder."
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Detering



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