Kirchliche Träger von Kindertagesstätten im Raum Erlangen fehlinformiert?

von Dunkl, StMAS am 18. Dezember 2000 um 13:38 Uhr
als Antwort zu: Stellungnahme kirchlicher Träger in Erlangen von Matthias Haag, Pfarrer am 15. Dezember 2000 um 09:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Pfarrer Haag,

Es ist natürlich nicht richtig, wenn Sie behaupten....
der Verwaltungsaufwand würde vermehrt,
Tarifvereinbarungen würden ausgehebelt,
Verfügungszeiten würden im Basiswert nicht berücksichtigt,
die fachliche Qualifikation der Mitarbeiterinnen sei nicht gewährleistet,
die markt- und qualitätsorientierte Steuerung führe zwangsläufig zum Verlust der Gruppe,
die markt- und qualitätsorientierte Steuerung sei Ursache für höhere Elternbeiträge oder für die Gefährdung von Arbeitsplätzen.
Unrichtig ist ferner, der Schlüssel von 1: 16,6 sei ein Mindest- Personalschlüssel. Der Zusammenhang ist ein ganz anderer.

Wenn dem so wäre, hätte das StMAS den Modellversuch nicht initiiert. Unter diesen Umständen hätten wir die Spitzenverbände auch nicht gewinnen können, sich an dem Projekt aktiv zu beteiligen. Zurecht weisen Sie auf die Partnerschaft Träger - Kommunen - Staat hin. Was wäre diese Partnerschaft wert, wenn wir nicht selbstverständlich alles daran setzen würden, ein Finanzierungskonzept zu entwickeln, mit dem auch die Träger arbeiten können. Im Diskussionsprozess, der von Anfang an mit den Trägern geführt wurde, hat sich jedoch frühzeitig herausgestellt, dass eine Reform, die eine Perpetuierung der Personalkostenförderung vorsieht, die anstehenden Probleme nicht bzw. nur teilweise lösen könnte.

Wir wissen nicht, woher Sie Ihre Informationen beziehen. Es ist uns verständlich, dass bei dieser Ihnen vorliegenden Informationsbasis Verunsicherung eintreten muss. Diese Verunsi-cherung ist aber unbegründet.

Um Klärung zu schaffen, biete ich Ihnen und Ihren Kollegen ein Gespräch an, in dem wir unser Modell noch einmal darlegen können und wir uns darüber austauschen können.

Gesprächsbedarf sehe ich berechtigterweise insbesondere bei der Frage der Planungssicherheit eines Trägers. Diese Planungssicherheit ist u.E. durch die demographische Ent-wicklung gefährdet, nicht durch die markt- und qualitätsorientierte Steuerung. Für uns stellt sich die Frage, ob die markt- und qualitätsorientierte Steuerung nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis die erforderlichen Antworten auf die für manche Einrichtungen zu befürchtende finanzielle Schieflage geben kann.

Eines ist klar: Manche Träger werden das Ruder fest in die Hand nehmen müssen, sprich: offen für Reformen sein müssen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, in Untiefen zu geraten. Man darf nicht glauben, dass sich das Schiff Kindergarten sich in dem Sturm "rückläufige Kinderzahlen" ohne Seegang steuern ließe. Bei Windstärke 10 lässt sich nicht vermeiden, dass das Segel nass wird und vielleicht sogar ein Mastbruch zu besorgen ist. Der kluge Seemann sorgt aber vor.

Die Planungssicherheit, die wir schon frühzeitig als Problem erkannt haben und die zu unserem Erstaunen sehr spät in der Diskussion seitens der Träger angeführt wurde, ist daher einer der Hauptgründe für die modellhafte Erprobung an zwei Modellstandorten.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Dunkl



Antwort
Name
Kurznachricht
Text