Faktor für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf?

von Günter Krauß, ISKA am 29. November 2001 um 08:58 Uhr
als Antwort zu: Hyperaktive Kinder von Karola Maier am 26. November 2001 um 20:28 Uhr

Die Diskussion um einen Gewichtungsfaktor für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ist so alt wie der Modellvorschlag. Es ist folgendes zu bedenken: Es wäre eine Zumutung, im großen Stil Familien dazu aufzufordern, Diagnoseprozesse über sich ergehen zu lassen, nicht etwa weil damit individuelle Hilfemaßnahmen eingeleitet würden, sondern nur, damit die Kindergartenfinanzierung funktioniert. Da es im ökonomischen Interesse der Einrichtungen wäre, möglichst viele Kinder in diese Kategorie einzustufen, würde hier sicher auch eher einmal etwas zuviel als zuwenig getan. Darüber hinaus ginge die Einführung eines Faktors unter den gegebenen Vorzeichen der Kostenneutralität zu Lasten der Grundfinanzierung für Einrichtungen ohne Faktorenkinder. Wenn man der Entwicklung der Zunahme von "Problemkindern" begegnen möchte, dann geht dies nun einmal nicht kostenneutral.

Dass die von Ihnen genannten Kindergruppen im Gruppenalltag mehr Aufwand bedeuten, ist klar. Es wäre aber verfehlt zu glauben, mit der Einführung von Faktoren könnte der Unterschiedlichkeit der Kinder und dem daraus resultierenden Aufwand im Einzelfall gerecht werden. Hier wird man sich immer mit relativ groben Einordnungen begnügen müssen.



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