Modellkommissionen ohne Gewerkschaften und Mitarbeitervertreterinnen

von Peter Erlbeck, Personalrat Stadt Nürnberg am 15. Januar 2001 um 10:13 Uhr

"Es sind Instanzen erforderlich, die immer wieder überprüfen, ob die gängigen Qualitätskriterien und ihre Operationalisierungen noch angemessen sind, ob die Verfahren der Qualitätssicherung/-entwicklung noch auf dem Stand sind, und die Vorschläge für Veränderungen und Verbesserungen machen."

Wenn man den oben stehenden Text nur ein bisschen ernst nimmt, dann ist es doch geradezu ein Skandal, dass sie betroffenen Beschäftigten und ihre Interessensvertretungen, seien es betriebliche (Mitarbeiter- und Personalvertretungen) seien es überbetriebliche (Gewerkschaften, besonders die ötv) nicht in der Modellkommission und in den Qualitätskommissionen vertreten sind. Diejenigen, die für die Umsetzung in den Einrichtungen sorgen müssen, diejenigen die die konkreten Auswirkungen auf Arbeitszeit und Inhalte, auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen überprüfen müssen, sind nicht vertreten.

Alle größeren Reformbemühungen in den Kommunen setzen auf Mitarbeiterbeteiligung, auch unter den Gesichtpunkten Mitarbeiterwissen nutzbar machen, Mitarbeitermotivation und Akzeptanzförderung. Das Ausblenden der Beschäftigten und der ötv als der mit Abstand größten Gewerkschaft im sozialen Bereich ist doch ein Rückfall in die Zeit des hierarchischen Denkens der späten 50íger Jahre. Nachdem mehrere Fachveranstaltungen der ötv mit der iska zum Thema "Qualitätsentwicklung in KiTas" stattgefunden haben, ist dieses Vorgehen noch unverständlicher.



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